Netflix setzt KI bereits bei rund 300 Filmen und Serien ein

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Netflix setzt künstliche Intelligenz für Menschenmengen, historische Schlachten und aufwendige Filmszenen ein / Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT
Netflix setzt künstliche Intelligenz für Menschenmengen, historische Schlachten und aufwendige Filmszenen ein / Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT

Netflix weitet den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Produktion seiner Filme und Serien deutlich aus. Allein 2026 sollen KI-Werkzeuge bereits bei rund 300 Titeln verwendet worden sein – unter anderem für große Menschenmengen, historische Schlachten und aufwendige Hintergrundaufnahmen. Gleichzeitig äußert sich der Streamingdienst zu sinkenden Zuschauerzahlen bei zweiten Serienstaffeln.

KI unterstützt Netflix bei aufwendigen Filmszenen

Künstliche Intelligenz spielt bei der Herstellung von Netflix-Produktionen mittlerweile eine deutlich größere Rolle. Nach Angaben des Streamingdienstes kamen entsprechende Arbeitsabläufe im Jahr 2026 bereits bei rund 300 Filmen und Serien zum Einsatz.
Der Schwerpunkt liegt bislang vor allem auf der Postproduktion. Genutzt werden generative KI-Werkzeuge aber auch in früheren Produktionsphasen – von der Entwicklung erster Konzepte über die Vorvisualisierung bis hin zur finalen Fertigstellung eines Titels. Netflix verspricht sich davon eine schnellere Umsetzung, niedrigere Kosten und eine höhere visuelle Qualität.
Nach Aussagen von Netflix-Co-Chef Ted Sarandos wurden mithilfe der Technologie unter anderem große Menschenmengen, historische Schlachten und komplexe Umgebungen erzeugt. Einige dieser Szenen hätten ohne KI aus Kosten- oder Zeitgründen möglicherweise vollständig gestrichen werden müssen.

Diese Netflix-Produktionen nutzten generative KI

Als konkrete Beispiele nennt Netflix die indische Produktion „Glory“, die brasilianische Dokumentation „Brasilien 70: Der dritte WM-Stern“ und den US-Titel „The American Experiment“.
Bei diesen Produktionen seien generative KI-Werkzeuge unter anderem für erweiterte Menschenmengen, historische Kampfszenen und aufwendige Establishing Shots zum Aufbau größerer Filmwelten verwendet worden. Welche weiteren der rund 300 Titel KI-Technologie einsetzen, hat Netflix bislang nicht öffentlich aufgelistet.
Sarandos betont zugleich, dass die Technologie keine Filmschaffenden ersetzen solle. KI sei vielmehr als Werkzeug zu verstehen, mit dem Kreative ihre Vorstellungen schneller oder überhaupt erst umsetzen könnten. Die kreative Verantwortung verbleibe demnach weiterhin bei den an einer Produktion beteiligten Menschen.

Netflix nutzt KI nicht nur bei Filmen und Serien

Der KI-Einsatz beschränkt sich nicht auf die Produktion neuer Inhalte. Netflix verwendet große Sprachmodelle bereits, um die Suche und die persönlichen Empfehlungen innerhalb des Streamingdienstes weiterzuentwickeln.
Geplant beziehungsweise teilweise bereits in Erprobung sind eine verbesserte Sprachsuche und eine Suche mit natürlicher Sprache. Nutzer sollen dadurch beispielsweise nicht mehr nur nach einem konkreten Titel suchen müssen, sondern auch ausführlichere Wünsche oder Stimmungen beschreiben können.
Auch im Werbegeschäft setzt Netflix verstärkt auf künstliche Intelligenz. Die Werkzeuge sollen Werbekunden von der Planung und Erstellung einer Kampagne bis hin zur Optimierung und Auswertung unterstützen.

Netflix sieht Verbesserung beim Problem zweiter Staffeln

Neben dem KI-Einsatz äußerte sich Netflix auch zu Berichten über sinkende Zuschauerzahlen bei Fortsetzungen erfolgreicher Serien. Untersuchungen hatten zuletzt darauf hingedeutet, dass zahlreiche Eigenproduktionen zwischen ihrer ersten und zweiten Staffel deutlich an Publikum verlieren.
Sarandos räumte entsprechende Rückgänge nicht grundsätzlich aus. Die Verluste zwischen der ersten und der zweiten Staffel seien zuletzt jedoch geringer ausgefallen als noch im Vorjahr. Netflix sieht darin offenbar erste Anzeichen für eine Verbesserung.
Warum Zuschauer nach einer erfolgreichen Auftaktstaffel bei späteren Folgen abspringen, bleibt dennoch eine wichtige Frage. Mögliche Gründe könnten lange Pausen zwischen den Staffeln, ein nachlassendes Interesse oder die große Zahl konkurrierender Inhalte sein. Netflix selbst hat dazu bislang keine abschließende Erklärung genannt.

Beliebtheitsdaten erscheinen künftig nur noch jährlich

Gleichzeitig wird Netflix künftig seltener ausführliche Daten zur Nutzung seiner Filme und Serien veröffentlichen. Der Bericht „What We Watched“, der bislang zweimal pro Jahr erschien, soll nach der Ausgabe für das erste Halbjahr 2026 nur noch jährlich veröffentlicht werden.
Der nächste Bericht ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Die wöchentlichen Top-10-Listen für Filme und Serien in mehr als 90 Ländern sollen dagegen weiterhin verfügbar bleiben.
Netflix begründet die Änderung damit, dass reine Wiedergabestunden nicht automatisch den tatsächlichen Wert eines Inhalts für das Unternehmen abbildeten. Live-Übertragungen könnten beispielsweise viele neue Abonnenten gewinnen, obwohl sie insgesamt weniger Stunden angesehen werden als große Serien oder Filme.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden Netflix-Inhalte weltweit mehr als 97 Milliarden Stunden gestreamt. Das entspricht einem Wachstum von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mehr als ein Drittel der gesamten Wiedergabezeit entfiel erneut auf nicht englischsprachige Inhalte.

Netflix will Produktionen schneller und günstiger umsetzen

Der Einsatz generativer KI dürfte bei Netflix in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Der Streamingdienst betrachtet die Technologie offenbar nicht nur als Möglichkeit zur Kostensenkung, sondern auch als Werkzeug, um Szenen zu realisieren, die mit klassischen Produktionsmethoden zu teuer oder zu aufwendig wären.
Für Filmschaffende und Zuschauer bleibt jedoch entscheidend, wie transparent Netflix mit der Verwendung der Technik umgeht und ob KI tatsächlich nur unterstützend eingesetzt wird. Bei rund 300 betroffenen Produktionen ist künstliche Intelligenz jedenfalls längst kein vereinzeltes Experiment mehr, sondern bereits ein fester Bestandteil zahlreicher Produktionsabläufe.

*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

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