
Stefan Raabs großes TV-Comeback bei RTL verlief nicht ganz so, wie sich der Sender das ursprünglich vorgestellt hatte. Nun räumt RTL-Chef Stephan Schmitter offen Fehler ein. Vor allem bei den ersten regelmäßigen Formaten habe man zu schnell zu viel gewollt. Für die Zukunft soll sich deshalb einiges ändern – von Stefan Raab verabschiedet sich RTL allerdings keineswegs.
RTL zieht Konsequenzen aus Stefan Raabs TV-Comeback
Als Stefan Raab im Herbst 2024 nach fast zehn Jahren Bildschirm-Pause zurückkehrte, war die Aufmerksamkeit enorm. Mehr als acht Millionen Zuschauer verfolgten seinen dritten Boxkampf gegen Regina Halmich. Anschließend startete RTL eine langfristig angelegte Zusammenarbeit mit dem Entertainer. RTL-Chef Stephan Schmitter bezeichnete den Boxkampf rückblickend sogar als eines der erfolgreichsten TV-Events der vergangenen zehn Jahre. Doch nach dem spektakulären Auftakt konnten nicht alle neuen Formate die hohen Erwartungen erfüllen. Im Gespräch mit dem österreichischen „Standard“ zog Schmitter deshalb jetzt eine selbstkritische Bilanz. Der Sender habe nach Raabs Rückkehr zu schnell zu viele unterschiedliche Ideen ausprobiert und dadurch die Erwartungen zusätzlich nach oben geschraubt. Besonders deutlich wird das am inzwischen eingestellten Format „Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab“.
„Du gewinnst hier nicht die Million“ wurde zum Problemfall
Die Mischung aus Comedy, Late Night, Quiz und Gameshow startete im September 2024 zunächst bei RTL+. Anfang 2025 wechselte das Format zusätzlich ins lineare Fernsehen und lief mittwochs zur Primetime. Dort konnte die Sendung allerdings nicht ausreichend überzeugen. Nach insgesamt 32 Ausgaben war im Juni 2025 Schluss. Schon damals erklärte RTL, dass die Mischung aus Quiz, Gameshow, Stand-up und Comedy beim linearen Publikum nicht genügend Anklang gefunden habe. Schmitter sieht heute bereits das grundlegende Konzept kritisch. Direkt nach Raabs Rückkehr mit einer langen wöchentlichen Live-Show in die Primetime zu gehen und dabei verschiedene Unterhaltungselemente miteinander zu verbinden, sei rückblickend keine gute Entscheidung gewesen. Der RTL-Chef spricht in diesem Zusammenhang von einem klassischen Problem des Fernsehens: Hybride Formate seien häufig schwer zu vermitteln. Zudem habe RTL nach Raabs Comeback zu viele Dinge gleichzeitig ausprobieren wollen.
RTL will wieder stärker auf Stefan Raabs Stärken setzen
Die Konsequenz bedeutet allerdings nicht, dass RTL das Kapitel Stefan Raab beendet. Stattdessen will der Sender künftig gezielter auf jene Formate setzen, die besser zu dem Entertainer passen. Dazu gehören vor allem große Events, Wettkämpfe und ungewöhnliche Herausforderungen. Schmitter nennt beispielsweise die früheren Wok-Wettbewerbe sowie aktuelle Projekte wie die „Jetski Star WM“. Gerade diese Mischung aus Wettbewerb, Humor und spektakulären Aktionen gehört seit Jahren zu Raabs Markenzeichen. Gleichzeitig soll Raab weiterhin in klassischen Unterhaltungsshows zu sehen sein. Dass diese Strategie funktionieren kann, zeigte zuletzt „Wer weiß wie wann was war?“ mit Barbara Schöneberger. Die Generationen-Quizshow entwickelte sich für RTL zu einem Erfolg und wurde im September 2026 sogar mit dem Deutschen Fernsehpreis als „Beste Unterhaltung Show“ ausgezeichnet.
Auch „Die Stefan Raab Show“ läuft weiter
Darüber hinaus bleibt Stefan Raab mit seiner aktuellen Personality-Show im Programm. Nach der Sommerpause kehrte „Die Stefan Raab Show“ am 17. September 2026 zurück. Derzeit erscheinen sogar zwei Ausgaben pro Woche: dienstags exklusiv bei RTL+ sowie donnerstags im linearen RTL-Programm und gleichzeitig beim Streamingdienst. In der Show blickt Raab auf aktuelle Ereignisse zurück, kommentiert TV- und Social-Media-Clips und empfängt prominente Gäste. Allerdings zeigen die jüngsten Einschaltquoten, dass der lineare Sendeplatz weiterhin schwierig ist. Die RTL-Ausgabe vom 1. Oktober erreichte beispielsweise nur rund 300.000 Zuschauer. Bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil bei lediglich 2,3 Prozent. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass an diesem Abend unter anderem Fußball für starke Konkurrenz sorgte.
Raab bleibt für RTL trotzdem wichtig
Bei der Bewertung der Zusammenarbeit spielen für RTL außerdem nicht ausschließlich klassische TV-Quoten eine Rolle. Bereits im Frühjahr hatte Schmitter darauf hingewiesen, dass Raabs Formate bei RTL+ neue Abonnenten in wichtigen Zielgruppen gewinnen würden. Zudem stammten nach Angaben des RTL-Chefs fünf der zehn erfolgreichsten Samstagabendshows des Senders im Jahr 2025 von Stefan Raab. Schmitter räumte gleichzeitig ein, dass RTL bei der ursprünglichen wöchentlichen Primetime-Show sowohl beim Konzept als auch bei der Länge zu optimistisch gewesen sei. Die neue Strategie fällt daher deutlich differenzierter aus: Statt möglichst viele unterschiedliche Raab-Formate auszuprobieren, will RTL stärker darauf achten, welche Konzepte tatsächlich zu dessen Stärken passen.
Ein Ende des Raab-Comebacks ist nicht in Sicht
RTL verabschiedet sich damit keineswegs von Stefan Raab, sondern richtet die Zusammenarbeit lediglich neu aus. Der Sender gesteht ein, beim Comeback zu schnell gehandelt und teilweise ungeeignete Konzepte ausprobiert zu haben. Gleichzeitig zeigen erfolgreiche Samstagabendshows und Projekte wie „Wer weiß wie wann was war?“, dass Raab für RTL weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Künftig dürfte es deshalb weniger darum gehen, möglichst viele neue Formate mit dem Entertainer zu entwickeln. Stattdessen sollen offenbar gezielt jene Shows entstehen, bei denen Raabs bekannte Stärken tatsächlich zur Geltung kommen.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
