Bambi 2025: Gottschalks peinlicher Auftritt und die Hintergründe

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BAMBI 2025 bei Prime Video / © Amazon
BAMBI 2025 bei Prime Video / © Amazon

Die Bambi-Verleihung stand auch in diesem Jahr an und die Medienbranche feierte sich in München mal wieder selbst. Für jede Menge Gesprächsstoff sorgte nach der prunkvollen Gala jedoch der Auftritt von TV-Urgestein Thomas Gottschalk.
Was genau passiert ist und wie Gottschalk selbst seinen seltsam anmutenden Auftritt erklärt, erfahrt ihr hier.

77. Bambi-Verleihung: Interessiert das eigentlich noch jemanden?

In München fand am 13. November die mittlerweile 77. Bambi-Verleihung statt. Früher noch zur besten Sendezeit im TV zu sehen, wurde das Event stattdessen exklusiv beim Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen. Denn auch wenn die deutsche Medienlandschaft felsenfest davon überzeugt ist, dass der Bambi eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres ist, sorgt sie beim deutschen Fernsehzuschauer mittlerweile nur noch für ein müdes Gähnen. Warum sollte man sich auch eine Preisverleihung ansehen, bei der man bei den meisten der ausgezeichneten Personen schon gar nicht mehr weiß, um wen es sich dabei überhaupt handelt? Da die Einschaltquoten der vergangenen Verleihungen bereits massiv in den Keller gerutscht sind, wurde der Bambi in diesem Jahr nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt. Dass die Verleihung nun aber doch zum Gesprächsthema in ganz Deutschland wurde, hat sie ausgerechnet der TV-Ikone Thomas Gottschalk und einer sehr verkorksten Laudatio zu verdanken.

Legenden-Bambi für Cher gerät zum peinlichen Desaster

Für internationales Flair sorgen beim Bambi schon immer hochkarätige Stars aus den USA. Nun muss man wissen, dass der Preis in den vergangenen Jahren stets an US-Promis verliehen wurde, die sich gerade zufällig in der Nähe der Veranstaltung oder zumindest in Deutschland aufhielten. Getreu dem Motto: Hauptsache bekannt und verfügbar – der Grund der Auszeichnung ist daher eher zweitrangig. In diesem Jahr erwischte es die Sängerin Cher, die in der Kategorie „Legende“ ausgezeichnet werden sollte. Als Laudator wurde der ehemalige „Wetten dass..?!“-Moderator Thomas Gottschalk gewonnen, der auf der Bühne jedoch schnell den Eindruck machte, als wisse er gar nicht, worum es überhaupt geht. Nachdem er zuerst seinen Einsatz verpatzte („Ach, ich bin schon dran“), schwafelte Thommy einen Monolog herunter, der an Seltsamkeit kaum zu überbieten war: „Ich bin ja eigentlich aus der Abteilung stille Legenden. Aber wie ich zu den Legenden gerutscht bin, weiß ich auch nicht. Ich habe Cher schon öfter in der Sendung gehabt, und hier ist sie… die einzige… die einzige Frau, die ich in meinem Leben lang ernst genommen habe – und hier ist… na ja.. Cher.“. Für diesen Satz kassierte Gottschalk mehrere Buh-Rufe aus dem Publikum. Der ließ sich davon aber nicht beeindrucken und faselte völlig zusammenhanglos weiter: „Cher, nichts ist so schwer wie Cher“.

Die ließ sich übrigens trotz seiner Ansage nicht auf der Bühne blicken, sodass Gottschalk weiter munter drauf los redete: „Ich habe oft viele Namen verwechselt bei „Wetten, dass?!“, ich habe auch viele Leute angesagt, die gar nicht gekommen sind. Bei Cher war ich mir immer sicher, sie ist da. Here she comes, this is.. Cher“. Nun setzte endlich Musik ein und Cher betrat hinter Gottschalks Rücken die Bühne. Der merkte dies aber erst gar nicht, schaute stattdessen in eine ganz andere Richtung, wo zuvor die Hauptdarstellerin des Cher-Musicals aufgetreten ist. Offenbar verwechselte Gottschalk eben jene Frau mit der echten Cher. Während die Einlaufmusik für Cher dudelte, hört man Gottschalk sagen: „Ich war etwas verwirrt. Das war gar nicht Cher da hinten“. Um anschließend noch in ihre Richtung zu fragen: „Are you Cher?“ Schlussendlich drehte sich Gottschalk dann endlich um, sah die echte Cher und begrüßte diese herzlich.

Und plötzlich steht noch Hannes Jaenicke auf der Bühne

Wer denkt, dass die Situation nun gerettet ist, irrt sich gewaltig, denn nun ging der Fremdschäm-Moment erst richtig los. Als Gottschalk Cher begrüßt, stellt er sich erst einmal vor sie und nimmt den Kameras somit den Blick auf sie. Anschließend berichtet er Cher ohne jeden Zusammenhang, dass er ebenfalls schon einen Ehren-Bambi erhalten hat, der aber in seinem Haus in Malibu verbrannt ist. Er wäre die einzige Person, die aus Mitleid einen neuen Bambi bekommen habe, weil seine eingeschmolzen sind. Wenn also das Haus von Cher in Malibu ebenfalls abgebrannt wäre, hätte sie hier einen Ersatzpreis.

Plötzlich stand dann auch noch aus irgendeinem unersichtlichen Grund Schauspieler Hannes Jaenicke auf der Bühne, der von Gottschalk gefragt wurde, ob er sich noch daran erinnern kann, dass er ihm damals ein Motorrad verkauft habe. Jaenicke konterte daraufhin, dass dies schon lange her ist und es heute um Cher geht. Das merkte mittlerweile auch Gottschalk, der nach einigen weiteren seltsamen Anekdoten dann doch noch Cher das Mikrofon überließ. Die bedankte sich artig und legte sogleich mit ihren Danksagungen an das deutsche Publikum im Saal los.

Auch Cher liefert eine seltsame Rede ab

In den deutschen Medien ist in diesen Tagen vor allem zu lesen, dass Thomas Gottschalk einen völlig wirren Auftritt hinlegte. Kaum jemand berichtet jedoch darüber, dass auch die Dankesrede von Cher für viele Fragezeichen gesorgt haben dürfte. Nachdem sie zuerst erzählte, dass sie nicht immer berühmt war, was viele ja gar nicht wissen würden, schwenkte sie auf einmal auf einen Mann um, der bereits mehr als 300 Elefanten gerettet hat. Anschließend lobte sie den Herrn derartig über den Klee, dass man den Eindruck gewinnen konnte, dass Cher hier selbst einen Preis vergibt und die dazugehörige Laudatio hält. So schnell wie ihre Rede begonnen hat, war sie auch schon wieder vorbei und die Pop-Diva von der Bühne verschwunden. Viel besser als der verkorkste Auftritt von Thomas Gottschalk war das ehrlich gesagt auch nicht.

Gottschalk äußerst sich zu seinem Auftritt

Nur wenige Stunden nach seinem misslungenen Auftritt meldete sich Thomas Gottschalk selbst zu Wort: Über die Bild ließ er verkünden, dass er auf der Bühne einen Blackout hatte und ihm dies zuvor in seiner langen Karriere noch nie passiert ist. Er habe bereits vor der Show Cher hinter der Bühne getroffen – mit blonden Haaren. Als er dann später die als Cher verkleidete Musical-Darstellerin Sophie Berner mit schwarzen Haaren auf der Bühne sah, wusste er plötzlich nicht mehr, wer von Beiden die echte Cher war. Gottschalk dachte sogar, er würde hinters Licht geführt – schließlich werden sowohl die Bambi-Gala als auch die Fernsehsendung „Verstehen sie Spaß“ vom selben Produzenten produziert. „Ich wusste nicht mehr wo ich bin und was ich machen soll. Ich habe mich so auch noch nicht gesehen. Das ist mir auch peinlich“, so Gottschalk. Seine Aussage, dass er Frauen angeblich nicht ernst nimmt, nehme er zudem vehement zurück – niemand wisse das besser als seine eigene Frau.

Ebenfalls interessant: Offenbar wurde Gottschalk von den Machern der Show damit überrumpelt, eine Laudatio für Cher zu halten. Er war eigentlich als ganz normaler Zuschauer im Publikum eingeladen, dann aber kurzfristig mit dieser Aufgabe betreut worden. Cher selbst hatte sich Gottschalk als Laudator gewünscht, da sie ansonsten keinen anderen Deutschen kennen würde. Da die Sängerin bereits mehrfach bei „Wetten, dass?!“ zu Gast war, stimmte Gottschalk schließlich zu.

War es also letztendlich eine Verkettung vieler Umstände, die zu dem denkwürdigen Auftritt von Thomas Gottschalk führte? Sein Gesundheitszustand sei jedenfalls nicht der Grund gewesen. Viele Zuschauer machten sich noch während der Sendung sorgen um den Entertainer, der ja immerhin bereits 75 Jahre alt ist und während seines gesamten Vortrags auffällig langsam sprach. Gottschalk verkündete nach dem Auftritt jedoch: „Ihr müsst euch keine Sorgen um mich machen. Ich bin gesund und munter“.

Endgültiger TV-Abschied von Gottschalk bereits im Dezember

Offenbar hat Thomas Gottschalk aus seinem hohen Alter aber dennoch Konsequenzen gezogen: Schon lange vor dem Bambi stand fest, dass sich der Entertainer in Kürze vollständig als Moderator von großen Shows zurückziehen wird. Seinen finalen Abschied wird er bereits am 6. Dezember in der RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ an der Seite von Günther Jauch und Barbara Schöneberger feiern. Aber wie man Gottschalk kennt, wird er sicherlich noch hier und da in Erscheinung treten. Alles Gute für deine Zukunft Thommy – und Danke für viele Jahre großartiger TV-Unterhaltung.

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