
Für Nicolas Cage endet sein Ausflug ins düstere Spider-Man-Universum früher als gedacht. Prime Video setzt die Marvel-Serie „Spider-Noir“ nach nur einer Staffel ab. Eine zweite Staffel wird es somit nicht geben. Dabei konnte die ungewöhnliche Comic-Adaption nicht nur gute Kritiken und beachtliche Abrufzahlen vorweisen, sondern gehörte mit elf Emmy-Nominierungen sogar zu den erfolgreichsten Prime-Video-Produktionen der diesjährigen Preisverleihung.
Prime Video setzt „Spider-Noir“ nach einer Staffel ab
Die Entscheidung ist gefallen: „Spider-Noir“ erhält keine zweite Staffel bei Prime Video. Die erste Staffel mit insgesamt acht Episoden bleibt damit gleichzeitig die letzte. In den USA wurde die Serie zunächst am 25. Mai 2026 bei MGM+ veröffentlicht, bevor sie am 27. Mai auch bei Prime Video startete.
Damit fällt die Absetzung nur etwas mehr als drei Monate nach dem Start der Serie. Einen offiziellen Grund für die Entscheidung haben Prime Video beziehungsweise Amazon MGM Studios bislang nicht genannt. Das Ende kommt durchaus überraschend, denn völlig erfolglos war „Spider-Noir“ keineswegs.
Gute Abrufzahlen und elf Emmy-Nominierungen reichten nicht aus
In den ersten sechs Wochen kam „Spider-Noir“ laut Nielsen auf rund 2,6 Milliarden gestreamte Minuten in den USA. Zudem erhielt die Serie insgesamt elf Emmy-Nominierungen – mehr als jede andere Prime-Video-Serie bei den Emmys 2026. Auch bei den Kritiken konnte die Produktion punkten. Zum Zeitpunkt der Absetzung lag die Kritikerwertung bei Rotten Tomatoes bei rund 92 Prozent, während auch die Zuschauer überwiegend positiv auf die ungewöhnliche Mischung aus Superheldenserie und klassischem Film Noir reagierten.
Trotzdem entschied sich Prime Video gegen eine Fortsetzung. Gerade bei aufwendig produzierten Streamingserien spielen neben den reinen Abrufzahlen allerdings zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle. Wie hoch die Kosten von „Spider-Noir“ tatsächlich ins Gewicht fielen, wurde offiziell nicht bestätigt.
„Spider-Noir“ gewinnt nach der Absetzung fünf Emmys
Besonders kurios ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Nur zwei Tage nach Bekanntwerden der Absetzung konnte „Spider-Noir“ bei den Creative Arts Emmy Awards am 6. September 2026 gleich fünf Preise gewinnen. Ausgezeichnet wurde die Serie unter anderem für ihre Kameraarbeit, das Sound Editing, visuelle Effekte, die Stunt-Koordination sowie das Titeldesign. Damit unterstreicht die Produktion noch einmal, wie stark vor allem die technische und visuelle Umsetzung der Comic-Adaption bewertet wurde.
Die Auszeichnungen ändern allerdings nichts an der Entscheidung von Prime Video: Eine zweite Staffel ist weiterhin nicht geplant.
Nicolas Cage ist mit einer Staffel von „Spider-Noir“ zufrieden
Auch Nicolas Cage hat inzwischen auf das überraschende Ende reagiert. Der Schauspieler erklärte nach der Absetzung, dass für ihn persönlich eine Staffel genau richtig sei. Er habe mit dieser ungewöhnlichen Interpretation von Spider-Man das erzählt, was er erzählen wollte. Damit scheint Cage zumindest aktuell nicht auf eine Fortsetzung zu hoffen. Für den Schauspieler war „Spider-Noir“ zugleich eine Premiere: Obwohl Cage seit Jahrzehnten im Filmgeschäft aktiv ist, handelte es sich um seine erste reguläre Hauptrolle in einer Fernsehserie.
Ganz neu war ihm die Figur allerdings nicht. Bereits im Animationsfilm „Spider-Man: A New Universe“ aus dem Jahr 2018 hatte Cage Spider-Man Noir im englischen Original seine Stimme geliehen.
Darum geht es in der Marvel-Serie „Spider-Noir“
Die Serie versetzt das bekannte Spider-Man-Konzept in das New York der 1930er-Jahre. Nicolas Cage verkörpert darin Ben Reilly, einen abgehalfterten Privatdetektiv, der mit seiner Vergangenheit als maskierter Superheld konfrontiert wird.
Nach einer persönlichen Tragödie hatte er sein früheres Leben hinter sich gelassen. Doch schon bald zwingen ihn neue Ereignisse dazu, sich erneut mit seiner Vergangenheit als „The Spider“ auseinanderzusetzen.
Neben Nicolas Cage gehören unter anderem Lamorne Morris, Li Jun Li, Karen Rodriguez, Abraham Popoola, Jack Huston und Brendan Gleeson zur Besetzung. Entwickelt wurde die Serie von Oren Uziel und Steve Lightfoot gemeinsam mit Produzenten aus dem Umfeld der erfolgreichen „Spider-Verse“-Filme.
Eine Besonderheit war zudem die Präsentation: Zuschauer konnten „Spider-Noir“ sowohl in Farbe als auch in einer Schwarz-Weiß-Version anschauen, wodurch sich die Serie noch stärker an klassischen Noir-Filmen orientierte.
Sony und Amazon wollen ihre Marvel-Zusammenarbeit fortsetzen
Das Ende von „Spider-Noir“ bedeutet offenbar nicht automatisch das Ende der Zusammenarbeit zwischen Sony Pictures Television und Amazon MGM Studios.
Nach Angaben aus Branchenkreisen sollen beide Unternehmen weiterhin Geschichten rund um Marvel-Figuren aus Sonys Spider-Man-Rechteportfolio entwickeln. Ein weiteres Projekt beziehungsweise ein nächstes Kapitel dieser Zusammenarbeit soll bereits ins Auge gefasst worden sein. Konkrete Details dazu wurden bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Für „Spider-Noir“ selbst ist das Kapitel dagegen vorerst abgeschlossen. Alle acht Episoden der einzigen Staffel können weiterhin bei Prime Video gestreamt werden.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
