Netflix übernimmt das Ruder: Exklusive Gespräche im Warner-Bieterkampf

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Familie schaut Netflix auf dem Fernseher / Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT
Familie schaut Netflix auf dem Fernseher / Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT

Netflix setzt im Rennen um Teile von Warner Bros. Discovery ein starkes Zeichen. Der Streaming-Marktführer hat Paramount und Comcast vorerst ausgestochen und verhandelt nun exklusiv über eine mögliche Teil-Übernahme. Ein Deal dieser Größenordnung könnte die globale Medienlandschaft grundlegend verändern.

Der Streaming-Gigant, der sich traditionell eher als „Builder“ statt „Buyer“ verstand, zeigt überraschend großes Interesse am Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Bros. Discovery. Mit einem deutlich erhöhten Angebot und einer massiven Barzahlung hat Netflix die letzten Mitbieter überholt – und heizt damit die Debatte über Marktstellung, Regulierung und die Zukunft von HBO Max weiter an.

Netflix bietet hoch – und gewinnt Runde zwei

US-Medien berichten, dass Netflix sein Angebot in der zweiten Bieterrunde auf rund 28 Dollar je Aktie angehoben hat. Der Großteil soll in bar fließen – ein strategischer Vorteil gegenüber Paramount und Comcast. Damit erfüllt Netflix exakt jene Bedingungen, die Warner Bros. Discovery zuvor als Grundlage für exklusive Gespräche definiert hatte.
Besonders bemerkenswert: Netflix bot angeblich zusätzlich 5 Milliarden Dollar als Absicherung, falls die Verhandlungen am Ende doch scheitern. Ein starkes Signal, wie ernst der Branchenprimus dieses Vorhaben nimmt.

Was steht überhaupt zum Verkauf?

Die Gespräche drehen sich um eine Teil-Übernahme, die folgende Bereiche umfasst: das Produktionsstudio von Warner Bros. und das Streaming-Geschäft (inklusive HBO-Inhalte und digitaler Plattformen), nicht Teil der möglichen Transaktion wären die linearen TV-Sender des Konzerns.

Eine erfolgreiche Übernahme würde Netflix erstmals zu einem großen Hollywood-Studio machen – ein Meilenstein für das Unternehmen, das bislang vor allem auf Eigenproduktionen und digitale Auswertung setzte.

Was bedeutet das für HBO Max – kurz vor dem Deutschlandstart?

Der Start von HBO Max in Deutschland Anfang 2026 steht unmittelbar bevor. Doch mit Netflix als potenzieller neuer Besitzer könnte sich die strategische Ausrichtung dramatisch verändern.

Offene Fragen sind unter anderem:

  • Wird HBO Max als eigene Marke weitergeführt?
  • Kommt es zu einer Integration in Netflix?
  • Welche Auswirkungen hätte das auf Lizenzierungen und Originals?

Offiziell betont Netflix, weiterhin Filme klassisch ins Kino bringen zu wollen – ein wichtiger Punkt für die Filmbranche und Fans von Warner-Franchises.

Kartellrecht könnte zum entscheidenden Faktor werden

Netflix ist weltweit Marktführer im Streaming. Eine Übernahme eines der größten Hollywood-Studios dürfte die Aufmerksamkeit der Kartellbehörden sicher haben. Genau darauf weist auch Paramount-Chef David Ellison hin – und kritisiert den Verkaufsprozess scharf.

Paramount reagiert wütend

Ellison äußerte sich bereits vor der offiziellen Entscheidung in einem Brief an WBD-Chef David Zaslav. Darin wirft er Warner Bros. Discovery vor einen „unfairen und voreingenommenen“ Verkaufsprozess zugunsten von Netflix, die Pflicht gegenüber Aktionären verletzt zu haben und keine transparente Transaktion ermöglicht zu haben. Warner wies die Vorwürfe entschieden zurück. Dennoch zeigt der Vorgang, wie nervös die Branche auf diesen potenziellen Mega-Deal blickt – und wie stark Netflix aktuell die Richtung vorgibt.

Ein möglicher Deal, der alles verändern könnte

Sollten die exklusiven Gespräche erfolgreich enden, würde Netflix ein traditionsreiches Hollywood-Studio übernehmen, massiv an Einfluss in der Kinowelt gewinnen und ein globales Content-Imperium aufbauen, das konkurrenzlos wäre.
Doch bis dahin sind noch viele Fragen offen. Besonders die regulatorische Prüfung wird darüber entscheiden, ob Netflix tatsächlich zum neuen Machtzentrum Hollywoods wird.

Netflix geht all-in – doch der Weg zum Deal bleibt steinig

Mit dem Einstieg in die Exklusivphase hat Netflix einen wichtigen Etappensieg erzielt. Das Unternehmen zeigt – entgegen früherer Aussagen – klare Ambitionen, im klassischen Mediengeschäft mitzuspielen und sich langfristig zu positionieren.

Ob der Deal am Ende zustande kommt, ist jedoch offen. Kartellrecht, politische Dynamiken und Brancheninteressen werden darüber entscheiden, wie weit Netflix seine Dominanz noch ausbauen darf.

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