
ARD und ZDF stellen ihr Senderportfolio grundlegend um. Das ARD/ZDF-Sender-Aus betrifft zunächst drei bekannte Spartenkanäle, die Ende 2026 eingestellt werden. Gleichzeitig planen die öffentlich-rechtlichen Sender eine tiefgreifende Reform ihrer Angebote. Bis 2033 soll sich die TV-Landschaft deutlich verändern – mit stärkerem Fokus auf digitale Verbreitung.
Drei Sender werden Ende 2026 eingestellt
Zum 31. Dezember 2026 verschwinden drei bekannte Spartenprogramme aus dem linearen Fernsehen. Betroffen sind die Sender ARD alpha, tagesschau24 und ONE, die im Zuge der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eingestellt werden.
Die Abschaltung ist Teil eines politisch beschlossenen Reformprozesses, der das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender verschlanken und stärker auf digitale Nutzung ausrichten soll. Für Zuschauer bedeutet das, dass mehrere Programme künftig nicht mehr im klassischen Fernsehen über Satellit, Kabel oder Antenne verfügbar sein werden.
Neue gemeinsame Kanäle von ARD und ZDF
Im Zuge der Reform bündeln ARD und ZDF mehrere Inhalte und führen neue gemeinsame Angebote ein. Drei zentrale Marken stehen dabei im Mittelpunkt:
- phoenix von ARD und ZDF bleibt das gemeinsame Informationsangebot mit Nachrichten, Parlaments- und Ereignisberichterstattung sowie begleitenden Gesprächssendungen.
- neo von ARD und ZDF richtet sich künftig an junge Erwachsene und entsteht als gemeinsamer Nachfolger von ONE und ZDFneo.
- info von ARD und ZDF wird als gemeinsamer linearer Dokumentationskanal aufgebaut und basiert auf dem bisherigen ZDFinfo.
Mit diesen Angeboten wollen ARD und ZDF ihre Inhalte stärker bündeln und gleichzeitig neue Zielgruppen erreichen.
Spartenkanäle sollen langfristig ins Internet wechseln

Die Veränderungen gehen jedoch weit über die Abschaltung einzelner Sender hinaus. Der Reformstaatsvertrag sieht vor, dass bis spätestens 1. Januar 2033 die lineare Verbreitung der Spartenkanäle über klassische Rundfunkwege weitgehend beendet werden soll.
Einige Schritte sind bereits konkret geplant. Der Kanal neo soll ab Anfang 2029 ausschließlich über das Internet verbreitet werden. Auch der Kinderkanal KiKA soll langfristig vollständig in den digitalen Raum wechseln. Wie es um den Bildungskanal ARD-Alpha steht, ob dieser als Internetangebot weitergeführt wird oder gänzlich eingestellt wird, dazu haben sich die Öffentlich-Rechtlichen noch nicht geäußert. Zudem ist vorgesehen, dass weitere Angebote künftig ebenfalls nur noch online verfügbar sein könnten.
Für Zuschauer bedeutet das langfristig eine stärkere Abhängigkeit vom Internetzugang. Besonders in Gartenlauben, auf Campingplätzen oder in Regionen mit schwacher Internetversorgung könnte das künftig zu Einschränkungen beim Empfang führen.
Öffentlicher Rundfunk setzt stärker auf junge Zielgruppen
Mit der Reform verfolgen ARD und ZDF das Ziel, ihr Angebot stärker auf die digitale Mediennutzung auszurichten. Besonders jüngere Zielgruppen sollen künftig besser erreicht werden.
ZDF-Intendant Norbert Himmler betont: „Da kommt das Beste aus beiden Welten zusammen, auch wenn das für ZDF und ARD keine leichte Arbeit war. Sie ist aber in einer sehr konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre erfolgt. Wir haben uns dabei an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen wir als starke Partner gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen können.“
Auch ARD-Vorsitzender und hr-Intendant Florian Hager sieht in der stärkeren Zusammenarbeit eine Chance: „Zusammen werden wir noch besser. Das haben wir oft bewiesen, und so haben wir auch hier gearbeitet. Erfolgreiche digitale Angebote wie funk oder auch KiKA zeigen, was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen. Das stärkt das öffentlich-rechtliche Angebot nachhaltig.“
Gemeinsames Portfolio der Sender ab 2027
Ab Januar 2027 soll das gemeinsame Portfolio der öffentlich-rechtlichen Sender aus mehreren zentralen Angeboten bestehen. Dazu gehören unter anderem die Programme arte, 3sat, KiKA, funk, phoenix, neo sowie info, die künftig eine wichtige Rolle in der gemeinsamen Struktur von ARD und ZDF spielen sollen.
Die Federführung der einzelnen Programme bleibt dabei zwischen ARD und ZDF aufgeteilt. Gleichzeitig sollen Arbeitsgruppen in den kommenden Monaten Details zur Umsetzung, Programmplanung und technischen Verbreitung ausarbeiten.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
Quelle: teltarif


