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DVB-I ohne neuen Fernseher: HDMI-Stick soll ältere TVs fit machen

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Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT
Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT

Wer den kommenden TV-Standard DVB-I nutzen möchte, muss möglicherweise doch keinen neuen Fernseher kaufen. Auf der IBC 2026 in Amsterdam wurde erstmals ein HDMI-Stick gezeigt, der auch ältere TV-Geräte für den Empfang linearer Fernsehprogramme über das Internet nachrüsten soll. Die Lösung könnte vor allem dann interessant werden, wenn Hersteller ihre bestehenden Smart-TVs nicht per Software-Update für DVB-I freischalten.

DVB-I könnte sich auch auf älteren Fernsehern nachrüsten lassen

Mit DVB-I sollen klassisches Fernsehen und Internet-TV künftig stärker zusammenwachsen. Programme können über Satellit, Kabel oder Antenne sowie als Internetstream bereitgestellt und in einer gemeinsamen Senderliste angezeigt werden. Zuschauer sollen dadurch möglichst wenig davon merken, über welchen Empfangsweg ein Sender tatsächlich auf dem Bildschirm landet. Separate Apps für einzelne lineare Streamingangebote sollen dadurch in vielen Fällen überflüssig werden.
Problematisch ist allerdings die Unterstützung älterer Fernseher. Zwar testen verschiedene Hersteller DVB-I bereits auf ihren Geräten, doch ein Software-Update für bereits verkaufte Modelle ist keineswegs garantiert. Genau an dieser Stelle könnte eine auf der IBC 2026 präsentierte Nachrüstlösung ansetzen.

HDMI-Stick bringt DVB-I über WLAN auf den Fernseher

Das Prinzip erinnert auf den ersten Blick an bekannte Streaming-Sticks. Das DVB-I-Nachrüstkit wird über einen freien HDMI-Anschluss mit dem Fernseher verbunden und erhält eine eigene Fernbedienung. Die Verbindung zum Internet erfolgt über WLAN.
Nach der Einrichtung soll bereits ein Internetanschluss ausreichen, um lineare Fernsehprogramme über DVB-I zu empfangen. Zusätzlich wird die Postleitzahl des Nutzers abgefragt. Auf dieser Grundlage kann eine regional passende Programmliste geladen werden, in der beispielsweise auch die jeweils zuständigen Regionalprogramme berücksichtigt werden.
Gerade in Wohnungen ohne aktiven Kabelanschluss, Satellitenanlage oder DVB-T2-Empfang könnte das interessant sein. Statt eine separate TV-App starten zu müssen, sollen die verfügbaren Programme über eine klassische TV-Oberfläche erreichbar sein.

Strong soll hinter dem ersten DVB-I-Prototyp stecken

Nach Informationen von DIGITAL FERNSEHEN soll der erste gezeigte Prototyp vom Elektronikhersteller Strong stammen. Die Hardware befinde sich bereits in einem vergleichsweise weit fortgeschrittenen Zustand. Bei der Software sieht es dagegen noch anders aus: Diese soll sich derzeit noch in einer frühen Alpha-Phase befinden.
Einen endgültigen Verkaufspreis gibt es bislang ebenfalls nicht. Nach aktuellem Stand wird jedoch ein Preis im zweistelligen Eurobereich angepeilt. Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde noch nicht genannt. Auch teltarif bestätigt, dass sowohl Preis als auch Marktstart des Geräts derzeit offen sind.
Damit handelt es sich noch nicht um ein fertiges Produkt für den Handel. Die Demonstration zeigt allerdings, dass DVB-I grundsätzlich nicht ausschließlich auf neue Fernseher beschränkt bleiben muss.

Nicht alle DVB-I-Funktionen dürften über den Stick verfügbar sein

Ganz gleichwertig mit einem Fernseher, bei dem DVB-I direkt in die Geräteplattform integriert ist, dürfte die Nachrüstlösung zunächst allerdings nicht sein.
DVB-I ist darauf ausgelegt, verschiedene Empfangswege zusammenzuführen. Ein kompatibler Fernseher kann beispielsweise klassische Programme und Internetstreams innerhalb einer gemeinsamen Oberfläche verwalten. Der auf der IBC gezeigte Stick bezieht die Programme dagegen über die Internetverbindung.
Auch beim Zugriff auf zusätzliche Inhalte ist noch nicht alles geklärt. Mediatheken der Sender sollen grundsätzlich erreichbar sein, der endgültige Funktionsumfang der Software steht jedoch noch nicht fest.
Für Haushalte, die bereits über Satellit, Kabel oder DVB-T2 eine große Senderauswahl empfangen, dürfte der zusätzliche Nutzen deshalb zunächst geringer ausfallen. Interessanter könnte der Stick dagegen für Fernseher werden, die noch einwandfrei funktionieren, aber vom Hersteller keine DVB-I-Unterstützung mehr erhalten.

Deutschland bereitet den DVB-I-Marktstart vor

Die technischen Grundlagen für DVB-I in Deutschland wurden in den vergangenen Monaten deutlich konkretisiert. Die Deutsche TV-Plattform veröffentlichte im März 2026 ein DVB-I-Implementierungsprofil für den deutschen Markt. Darin werden unter anderem Anforderungen an Empfangsgeräte, Metadaten, Regionalisierung und Barrierefreiheit definiert.
Im Mai folgte das sogenannte „DVB-I Book Germany“. Es legt weitere technische, regulatorische und organisatorische Rahmenbedingungen für die Einführung fest. Ursprünglich wurde ein Marktstart im September 2026 angestrebt.
Dieser Zeitplan wurde inzwischen allerdings nicht eingehalten. Noch am 10. September hieß es aus Branchenkreisen, DVB-I solle bis Ende 2026 in Deutschland starten. DIGITAL FERNSEHEN berichtet inzwischen dagegen von einem möglichen offiziellen Start frühestens zum Jahreswechsel und hält einen Start im Frühjahr 2027 für wahrscheinlicher. Ein endgültiger Termin steht damit derzeit noch aus.

DVB-I-Nachrüstkit könnte vor allem für ältere Fernseher spannend werden

Sollte aus dem auf der IBC gezeigten Prototyp tatsächlich ein günstiges Serienprodukt entstehen, könnte eine der größten Hürden für DVB-I kleiner werden. Millionen funktionierende Fernseher müssten nicht allein wegen des neuen Standards ausgetauscht werden.
Ein HDMI-Anschluss und WLAN könnten stattdessen genügen, um lineares Fernsehen über das Internet auf ältere Geräte zu bringen. Entscheidend wird allerdings sein, wie umfangreich die endgültige Software ausfällt, welche Sender und Zusatzangebote unterstützt werden und wann entsprechende DVB-I-Sticks tatsächlich im Handel erhältlich sind.
Gerade weil bislang weder der endgültige Funktionsumfang noch Preis und Verkaufsstart feststehen, bleibt das Nachrüstkit zunächst ein vielversprechender Prototyp. Für die weitere Einführung von DVB-I in Deutschland könnte eine solche Lösung dennoch eine wichtige Rolle spielen.

*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

Quellen: Digitalfernsehene.de, teltarif.de

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