Nintendos Zelda-Film: Fluch oder Segen?

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© Sony Pictures/Nintendo
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Im Jahr 2027 startet endlich die langersehnte Zelda Realverfilmung aus dem Hause Nintendo in den weltweiten Kinos. Aber ist es wirklich eine gute Idee, Link auf die große Leinwand zu bringen? Oder hat sich Nintendo bei diesem Großprojekt verzockt? Unser Autor M’chen hat sich die Mammutproduktion mal etwas genauer für euch angeschaut.

Links erster Auftritt auf der großen Kinoleinwand

Immer wieder mal wurde darüber spekuliert, dass Nintendo an einer Realverfilmung seiner legendären Videospielreihe „The Legend of Zelda“ arbeitet – und immer wieder stellten sich entsprechende Meldungen als Gerüchte heraus. Nun aber ist es offiziell: Der Videospielentwickler wird im April 2027 tatsächlich einen Zelda Kinofilm auf die Leinwand bringen, der in enger Zusammenarbeit mit Sony Pictures entstanden ist. Somit wird der grün gekleidete Link erstmals nicht nur Held eines Videospieluniversums sein, sondern auch ein großes Abenteuer innerhalb eines Spielfilms erleben. Nachdem „Der Super Mario Bros. Film“ weltweit über 1,3 Milliarden US-Dollar an den Kassen einspielte, verlor Nintendo offenbar jegliche Scheu, auch Link & Co ein eigenes Abenteuer auf der Leinwand zu spendieren. Informationen über das genaue Filmbudget gibt es interessanterweise nicht, allerdings rechnen Experten damit, dass der Streifen rund 150 bis 200 Millionen US-Dollar verschlungen hat. Nintendo lässt sich Zeldas Kino-Debüt also eine ordentliche Stange Geld kosten – geht aber zugleich auch ein immenses Risiko ein.

Zelda ist nicht Mario

Dass der Mario Kinofilm an den Kassen derartig erfolgreich war, hatte vor allem einen Grund: Es handelt sich dabei um einen kunterbunten Animationsfilm, der sowohl die alten Nintendo-Hasen als auch die jungen Zuschauer anspricht. Beim neuen Zelda Kinofilm handelt es sich allerdings um einen Realfilm mit echten Schauspielern, der rein inhaltlich betrachtet deutlich düsterer daherkommen dürfte – irgendwo zwischen „Harry Potter“, „Die Chroniken von Narnia“ und „Der Herr der Ringe“. Somit bricht bereits vor dem Kinostart ein erheblicher Teil der potentiellen Zuschauer weg. Und selbst unter den eingefleischten Zelda-Fans dürfte sich der Kinofilm nicht zwingend zum Selbstläufer entwickeln: Während Mario im Mario Film halt exakt wie Mario in den Videospielen aussieht, musste man für den Zelda Film direkt das erste große Risiko eingehen: Schauspieler verpflichten, die Link und Zelda so ähnlich wie möglich sehen. Gefunden hat man den recht unbekannten Nachwuchsschauspieler Benjamin Evan und die nicht sonderlich bekanntere Bo Bragason als Prinzessin Zelda. Auf den ersten veröffentlichten Fotos wirken die Beiden zumindest einigermaßen gut getroffen, wenngleich beispielsweise noch nicht Links komplettes Kostüm von Kopf bis Fuß enthüllt wurde. Doch neben realistisch umgesetzten Charakteren hat der Zelda Kinofilm noch eine weitere Mission: Die optisch gelungene Umsetzung des Königreichs Hyrule sowie zahlreichen weiteren bekannten Nebenschauplätzen. Immerhin hat man mit Wes Ball einen namhaften Regisseur mit an Bord, der unter anderem schon für „Maze Runner“ und „Planet der Affen“ verantwortlich war. Hatte er bei diesen beiden Filmen jedoch nahezu Narrenfreiheit, erweist sich eine Umsetzung von „The Legend of Zelda“ als sehr viel schwieriger. Ebenso wie beispielsweise bei „Harry Potter“ haben die Fans des Franchises schließlich bereits ihr ganz eigenes Bild von den Charakteren, Orten und Handlungsabläufen.

© Sony Pictures/Nintendo
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Nintendo hüllt sich in Schweigen

Nintendo selbst hält sich bislang überraschend bedeckt, was den neuen Zelda Kinofilm angeht. Dieser ist bereits vollständig abgedreht, doch erste Bilder oder gar bewegtes Material gab es bisher bis auf eine winzige Ausnahme nicht zu sehen. Klar, man möchte sich die große Präsentation offenbar für eine der nächsten Nintendo Directs aufheben. In der vergangenen Direct wurde bereits das Remake von „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ vorgestellt, sodass der Film keinen Platz in der Präsentation gefunden hätte. Apropos „Ocarina of Time“: Es würde natürlich durchaus Sinn machen, neben dem Remake des legendären N64-Klassikers auch den Kinofilm in exakt dieser Welt spielen zu lassen. Tatsächlich ist derzeit aber völlig unbekannt, an welchem Zelda-Spiel sich der Film orientieren wird – wenngleich ein Blick auf die bereits vorgestellten Kostüme eher „Breath of the Wild“ vermuten lässt. Vielleicht erzählt der Kinofilm aber auch eine ganz eigene Geschichte, unabhängig von der Videospielreihe. Hier lauert allerdings bereits die nächste Stolperfalle für Nintendo, denn ohne einen eingebauten Nostalgiefaktor würden echte Zelda-Fans den Film wohl kaum positiv aufnehmen. Mal ganz davon zu schweigen, dass Hauptprotagonist Link in der gesamten Videospielreihe noch nie via Sprachausgabe gesprochen hat und diese seltene Eigenschaft im Kinofilm wohl kaum umzusetzen ist.

Nintendo sollte also keinesfalls davon ausgehen, dass der angekündigte Zelda Kinofilm ein reiner Selbstläufer wird – denn das ist ganz und gar nicht der Fall. Es bleibt also abzuwarten, wann der erste Trailer zum Film erscheint und wie die Fans auf diesen reagieren. Eine gute Nachricht zum Schluss gibt es aber noch: Der Kinostart wurde um eine ganze Woche auf den 30. April 2027 vorgezogen.

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