
13 Jahre nach Teil 5 und 26 Jahre nach dem Original ist der 6. Teil der Scary Movie Reihe in den Kinos gestartet. – idealerweise wieder mit dem ursprünglichen Cast. Aber können Shorty, Cindy, Brenda & Co auch im Jahr 2026 überzeugen? Unser Autor M’chen hat sich den neuen Teil für euch angeschaut und verrät euch, ob sich der Kinobesuch lohnt.
Scary Movie 6: Neuer Rundumschlag ohne Grenzen?
Als die Ankündigung eines 6. Scary Movie Teils die Runde machte, war ich ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Wird der teils sehr brachiale Humor, der die ersten Filme ausgemacht hat, in der heutigen Zeit überhaupt noch funktionieren? Schließlich gibt es ja mittlerweile derartig viele humorbefreite Menschen, die bei jedem kleinen Witz an die Decke gehen, dass sich viele Filmemacher kaum noch trauen, ein kontroverses Drehbuch zu verfassen, welches auch nur die winzigste Randgruppe verärgern könnte – geschweige denn, besagtes Drehbuch dann auch noch auf die Leinwand zu bringen. Als dann aber der erste Trailer zu „Scary Movie 6“ das Licht der Welt erblickte, waren meine Sorgen wie weggeflogen: Witze über den Gender-Wahnsinn und Homosexuelle sind nun sicherlich kein Muss für eine gute Komödie, beweisen aber eindrucksvoll, dass die Macher gewillt sind, weiterhin die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten.
Umso gespannter war ich daher auf den finalen Film, der nun endlich in den Kinos zu sehen ist. Angesichts des wirklich sehr lustigen Trailers hätte ich nie erwartet, dass der Film letztendlich eine herbe Enttäuschung sein würde – doch genau so ist es leider. Das Problem startet bereits bei der Wahl des Films, der für die wesentliche Rahmenhandlung verwendet wurde: Scary Movie 6 versteht sich zu großen Teilen als Parodie auf Scream 5. Der war aber leider nicht gerade der beste Teil der Reihe, wenn auch eine Spur besser als die anschließenden Totalkatastrophen Scream 6 und Scream 7 (hier gehts zu meiner Kritik). Klar, der beliebte Ghostface-Charakter solle als Hommage an Scary Movie 1 unbedingt wieder mit an Bord sein, weshalb natürlich auch die Scream-Reihe wieder durch den Kakao gezogen werden muss. Was in Scary Movie 1 aber noch hervorragend funktionierte und clever mit der Handlung von „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ kombiniert einen fortlaufenden Plot ergab, wirkt in Scary Movie 6 überraschend verkrampft. Irgendwie fehlt einfach der rote Faden der Geschichte. Zwischendurch präsentieren uns die Wayans-Brüder immer wieder von der Haupthandlung abweichende Nebenerzählungen, die vor allem einen Grund haben: Möglichst viele weitere Horrorfilme wie „Sinners“, „Get Out“, „Smile“ oder Terrifier“ zu parodieren. Das ganze wirkt wie eine Liste, die möglichst schnell abgearbeitet werden muss. Film parodiert? Haken hinter – nächster Film.
Ein angekündigtes Gag-Feuerwerk, das nicht zünden will
Besonders ärgerlich ist dieser schnelle Verschleiß bei der Parodie auf den Horrorstreifen „Terrifier“: Die fertige Szene im Film ist kaum länger als im Trailer – was insofern traurig ist, da sie dort zu den lustigsten Momenten gehöre und Lust auf mehr machte. Bei einer Parodie, die nicht länger als eine Minute Filmzeit verschluckt, ist es fast schon schade um das hervorragende Kostümdesign und die mit viel Liebe zum Detail hergestellte Kulisse. Derartige Mini-Parodien ziehen sich über den gesamten Film hinweg. Diese Tatsache allein ist nicht allzu schlimm – viel mehr jedoch, dass die meisten dieser Persiflagen einfach nicht witzig sind. Ohnehin zünden die eingebauten Gags den gesamten FIlm über erschreckend selten. Zwar werden die Grenzen des guten Geschmacks häufig überschritten, oftmals aber nur mit billigem Klamauk, bei dem teilweise sogar Fremdschämen angesagt ist – weil man sich als Zuschauer fragt, ob den Wayans in den letzten 26 Jahren wirklich nichts Besseres eingefallen ist.
Nicht falsch verstehen: Ich bin immer für einen derben Gag zu haben, der sich auch gerne über Randgruppen lustig machen darf. Allerdings muss der Gag dann auch gut in Szene gesetzt sein und mich zum Lachen bringen – und genau das ist in Scary Movie 6 nahezu nie der Fall gewesen. Bei anderen schwarzhumorigen Komödie wie „Good Boys“ oder „Vacation – Wir sind die Griswolds“ musste ich teilweise permanent durchlachen und selbst Scary Movie 1 könnte ich mir immer wieder ansehen. Bei Scary Movie 6 reichte es hingegen nur ab und an für einen zwischenzeitlichen Schmunzler – zumal die besten Szenen tatsächlich schon im Trailer enthalten waren. Wenn eine Filmparodie der Neuzeit für die Wayans-Brüder weiterhin aus Gags übers Kiffen sowie über Schwarze, Schwule und Dildos bestehen, kann ich auf eine weitere Fortsetzung ehrlich gesagt gut verzichten. Positiv hervorzuheben ist hingegen die Aktualität des Films: So wurde beispielsweise durch Nachdrehs noch eine Parodie auf den aktuellen Kino-Hit „Michael“ integriert – welche aber leider ebenfalls einfach nur völlig unlustig ist. Und falls ihr dachtet, dass das Finale von „Scream 7“ bereits der größte Müll aller Zeiten war, werdet ihr beim Killer-Reveal von „Scary Movie 6“ erst recht die Augen verdrehen. Immerhin: Durch die Auftritte einiger Originalstars, allen voran Special Officer Doofy, kommt in einigen Szenen zumindest so etwas wie Nostalgie auf.
Fazit: Scary Movie 6 wurde als großer Rundumschlag angekündigt, der alle Grenzen überschreiten soll. Herausgekommen ist hingegen ein streckenweise komplett unlustiger Film, der zwar Bezug auf viele aktuelle Horrorfilme nimmt, mit diesen aber kaum etwas anzufangen weiß. Wirklich zündende Gags kann man in diesem Film leider an einer Hand abzählen. Vielleicht habe ich auch etwas zu viel erwartet, aber nach „Scream 7“ ist Scary Movie 6 für mich die zweite faule Kinotomate des Jahres.
Meine Endnote: 1 von 5 Sternen


