Zweiter Akte X Kinofilm „Jenseits der Wahrheit“ kommt als neuer Directors Cut heraus

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© 20th Century Studios
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Überraschung für alle Fans von „Akte X“: Der zweite Kinofilm aus dem Jahr 2008 wird in einer überarbeiteten Directors Cut Version neu veröffentlicht. Die Neufassung orientiert sich komplett am ehemaligen Drehbuch von Chris Carter, welches zu großen Teilen der Zensurschere zum Opfer fiel.

Chris Carter hatte Film ursprünglich ganz anders geplant

Damit haben vermutlich die wenigsten Fans der X-Files gerechnet: Der zweite Kinofilm aus dem Jahr 2008, der auf den Namen „Jenseits der Wahrheit“ hört (im Original: „I Want To Believe“) kommt in einer komplett neuen Schnittfassung erneut heraus – und zwar beim US-Streamingportal Hulu. Chris Carter höchstpersönlich hat sich dem Streifen, der beim Publikum damals nicht allzu gut ankam, angenommen und ihm einen Directors Cut inklusive R-Rating spendiert. Nicht verwechseln sollte man diesen mit dem bereits vorhandenen Directors Cut, der rund 4 Minuten länger als der originale Film ist und bereits auf der DVD sowie auf der Blu-ray des Films gefunden werden kann. Der neue Directors Cut ist deutlich umfangreicher und erzählt die Geschichte des Films erstmals exakt so, wie Chris Carter sie damals ohnehin erzählen wollte.

Dass der Film überhaupt in einer stark geschnittenen Fassung in die Kinos kam, lag am Studio, das ihn unbedingt mit einem PG-13-Rating in die Kinos bringen wollte, um somit die Chance auf eine breit gefächerte Zielgruppe zu haben. Carter wurde also damit beauftragt, einige besonders heftige Szenen aus dem fertigen Film zu entfernen. Er setzte sich an die Arbeit und dachte laut eigener Aussage eigentlich, dass seine überarbeitete Version die Zensur nun überstehen würde. Doch Pustekuchen: Das Studio verlangte weitere Anpassungen und letztendlich war vom dem extrem gruseligen Feeling des Streifens kaum noch etwas über. Carter äußerte später, dass im Fernsehen (im Rahmen der Originalserie) offenbar deutlich mehr erlaubt war als im Kino.

Directors Cut kommt mit neuem Namen und FSK 18 daher

Die neue Version des Films trägt nun ein R-Rating, welches in Deutschland einer FSK-Freigabe ab 18 Jahren entspricht. Man kann also davon ausgehen, dass die Neufassung deutlich gruseliger und vermutlich auch brutaler als die bekannte Version daherkommen wird. Etwas überraschend ist hingegen die Tatsache, dass der Film sogar einen neuen Namen erhält. Er hört fortan auf den Titel „The X-Files: I Want to Believe Vrach Frankenshteyn“. Ziemlich schräger Name, ehrlich gesagt, zumal der Streifen auch nicht wirklich etwas mit dem angehängten Namen zu tun hat oder einen Charakter mit selbigem beinhaltet – dabei handelt es sich nämlich um die russische Übersetzung von „Doktor Frankenstein“. Wer den Film kennt, wird natürlich wissen, in welcher Verbindung der Gruseldoktor und sein erschaffenes Monster zum Inhalt stehen, aber dennoch ist der neue Name ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Ebenfalls herausgesickert ist bereits, dass nicht nur der Film selbst, sondern auch die Musik angepasst wurde. Chris Carter gab bekannt, dass man sich am Musikarchiv von Mark Snow bedienen durfte, jenem genialen Komponisten der allseits bekannten Titelmelodie von „Akte X“. Verwendet wurden aber offenbar nur zwei Songs aus Snows Archiv, da Carter lediglich ein geringes Budget für den neuen Schnitt zur Verfügung stand und Musikrechte ziemlich kostenintensiv sind. Ebenfalls verändert wurde innerhalb der neuen Version teilweise die zeitliche Reihenfolge einiger Handlungen. Zudem soll der Fokus beim neuen Schnitt mehr auf der gruseligen Geschichte und weniger auf der Liebesbeziehung zwischen Mulder und Scully liegen.

Zweiter Akte X Kinofilm war inhaltlich und finanziell ein Flop

Der zweite Akte X Film war an den Kinokassen leider ein Totalflop und spielte bei einem Budget von 30 Millionen US-Dollar nur 69 Millionen US-Dollar weltweit ein – davon lediglich 21 Millionen in den USA. Selbst waschechte Fans der Originalserie und dem 1. Kinofilm verteilten desaströse Kritiken an den Film, da er sich nicht mehr auf die geliebte Regierungsverschwörung rund um Aliens konzentrierte, sondern stattdessen eine typische „Monster-of-the-Week“-Geschichte erzählte. Hinzu kommt die Tatsache, dass die erzählte Geschichte eine der deutlich schlechteren innerhalb des Akte X Universums war: Mulder und Scully treffen 6 Jahre nach Einstellung der TV-Serie erneut aufeinander, da sie dem FBI dabei helfen sollten, eine entführte Kollegin und weitere verschwundene Frauen zu finden. Sie stoßen bei ihren Ermittlungen auf menschliche Überreste und einen seltsamen Priester, der offenbar eine Verbindung zu den vermissten Frauen herstellen kann.

Deutsche Fans boykottierten den Film wegen Mulders Stimme

Deutsche Fans der Serie dürften den 2. Kinofilm besonders negativ in Erinnerung behalten haben: Statt der allseits bekannten Synchronstimme von Benjamin Völz verpflichtete das Studio Johannes Berenz als neuen Sprecher. Die Folge: Viele Fans der Originalserie boykottierten den neuen Kinofilm komplett, sodass er sich in Deutschland zu einem immensen Flop entwickelte. Wer nun aber hofft, dass die Neufassung des Films eventuell auch ein Voice-over erhält und Mulder wieder von seinem Stammsprecher gesprochen wird, wird enttäuscht: Benjamin Völz äußerste bereits vor Jahren, dass er kein Interesse mehr an Synchronarbeiten für Akte X hat. Letztmalig war seine markante Stimme in der Hörbuchreihe „Akte X – Cold Cases“ zu hören, die im Jahr 2017 das Licht der Welt erblickte. Auch in der Neuauflage der Serie durch die Staffeln 10 und 11 war Völz nicht als Agent Mulder zu hören, da seine Teilnahme an zu hohen Gagenforderungen seitens Völz scheiterte.

Fakt ist jedoch: Deutsche Fans von Akte X sind mit der Stimme von Benjamin Volz als Agent Mulder aufgewachsen und können sich einfach nicht mit einer neuen Stimme anfreunden. Ob die Neufassung des 2. Akte X Kinofilms also in Deutschland zu einem Erfolg wird, ist alles andere als sicher – und ohnehin gibt es derzeit auch keinen deutschen Starttermin. In den USA wird der Streifen hingegen ab dem 14. August beim Streamingdienst Hulu zu sehen sein. Man kann nur hoffen, dass das fertige Endprodukt tatsächlich besser als der bis dato bekannte Film geworden ist.

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