Netflix gehört für viele Menschen fast schon automatisch zum Thema Streaming. Doch bei der gesamten Reichweite liegt der Dienst in Deutschland nicht an der Spitze. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt, dass die ARD Mediathek mehr Menschen erreicht als Netflix und Prime Video. Ganz vorne steht allerdings eine andere Plattform.
YouTube bleibt die reichweitenstärkste Videoplattform
Mit einer Gesamtreichweite von 71 Prozent bleibt YouTube auch 2026 die meistgenutzte Videoplattform in Deutschland. Dahinter folgt bereits die ARD Mediathek mit 56 Prozent. Netflix, Prime Video und das Streamingangebot des ZDF erreichen jeweils 51 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren.
Damit liegt die ARD Mediathek bei der Gesamtreichweite vor den beiden großen kommerziellen Streamingdiensten Netflix und Prime Video. Allerdings sollte man die Zahlen nicht mit der Zahl zahlender Abonnenten oder der täglichen Nutzung gleichsetzen. Die Gesamtreichweite berücksichtigt, ob eine Plattform zumindest gelegentlich genutzt wird. Genau deshalb lassen sich Mediatheken, YouTube und klassische Streaming-Abos in dieser Auswertung miteinander vergleichen.
Gerade dieser Blick macht die Ergebnisse interessant: Kostenlose beziehungsweise beitragsfinanzierte Angebote spielen neben Netflix, Prime Video und Co. weiterhin eine erstaunlich große Rolle im deutschen Streaming-Alltag.

ARD und ZDF verlieren gegenüber dem Vorjahr
Ganz ungetrübt ist das Ergebnis für die öffentlich-rechtlichen Angebote allerdings nicht. Im Jahr 2025 erreichten ARD und ZDF noch jeweils 61 Prozent der Bevölkerung. Damit verliert die ARD Mediathek innerhalb eines Jahres fünf Prozentpunkte, beim ZDF beträgt der Rückgang sogar zehn Prozentpunkte. Netflix verbessert sich dagegen von 50 auf 51 Prozent.
Die Entwicklung passt zu einem Streamingmarkt, der inzwischen deutlich weniger von ständigem Wachstum geprägt ist. ARD und ZDF sprechen selbst von einer zunehmenden Stabilisierung und Ausdifferenzierung des Marktes. Große Plattformen bleiben zwar fest im Medienalltag verankert, größere Reichweitensprünge werden jedoch seltener.
Jüngere schauen längst überwiegend non-linear
Besonders deutlich unterscheiden sich die Sehgewohnheiten weiterhin nach dem Alter. Bei den 14- bis 29-Jährigen entfallen inzwischen 88 Prozent der Videonutzungszeit auf non-lineare Angebote. Dazu gehören Streamingdienste, Mediatheken, YouTube, Social Video und andere zeitunabhängige Angebote.
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Verhältnis deutlich. Bei den 50- bis 69-Jährigen entfallen rund 70 Prozent der Videonutzungszeit auf lineare Angebote. Bei Menschen ab 70 Jahren steigt dieser Anteil sogar auf 93 Prozent. Über die gesamte Bevölkerung betrachtet, entfallen 2026 rund 45 Prozent der Videonutzungszeit auf non-lineare Angebote.
Damit zeigt sich auch 2026: Streaming hat das klassische Fernsehen nicht vollständig verdrängt. Stattdessen existieren beide Nutzungsformen zunehmend nebeneinander – allerdings mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten je nach Altersgruppe.
Streamingmarkt wächst nicht mehr automatisch weiter
Für den deutschen Streamingmarkt sind die Ergebnisse durchaus spannend. Dass die ARD Mediathek bei der Gesamtreichweite vor Netflix liegt, zeigt, wie wichtig öffentlich-rechtliche Streamingangebote inzwischen geworden sind. Gleichzeitig machen die Verluste gegenüber 2025 deutlich, dass hohe Reichweiten nicht automatisch dauerhaft weiterwachsen.
Netflix kann leicht zulegen, während YouTube seine Spitzenposition behauptet. Einen klaren Gewinner im klassischen Sinne gibt es deshalb kaum. Vielmehr scheint sich der Markt auf einem hohen Niveau einzupendeln – und die Zuschauer verteilen ihre Zeit auf Mediatheken, Streaming-Abos, YouTube und weiterhin auch auf das klassische Fernsehen.

Spotify bleibt beim Audio-Streaming vorne
Auch beim Audio- und Musik-Streaming zeigt die Studie deutliche Unterschiede zwischen den Plattformen. Spotify bleibt mit einer Reichweite von 44 Prozent der Bevölkerung der meistgenutzte Anbieter in diesem Bereich.
Auf 30 Prozent kommt YouTube Music, das 2026 erstmals separat in der ARD/ZDF-Medienstudie berücksichtigt wurde. Dahinter folgt ARD Sounds mit 15 Prozent. Die frühere ARD Audiothek wurde im März 2026 in ARD Sounds umbenannt und bündelt unter anderem Live-Radio, Podcasts, Hörspiele und Hörbücher.
Damit bleibt Spotify beim Audio-Streaming deutlich vorne. Gleichzeitig zeigt die Reichweite von YouTube Music, dass sich auch Googles Musikdienst inzwischen einen festen Platz im deutschen Streamingmarkt erarbeitet hat.
So wurde die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 durchgeführt
Für die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 wurden insgesamt 2.462 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Rund 70 Prozent der Interviews erfolgten telefonisch auf Grundlage einer repräsentativen Dual-Frame-Stichprobe, weitere 30 Prozent über ein Onlinepanel. Die Erhebung führte das Institut GIM zwischen dem 27. Januar und dem 19. April 2026 durch.
Die Studie untersucht regelmäßig, wie sich Mediennutzung und Mediengewohnheiten in Deutschland entwickeln. Die zugrunde liegende Langzeitforschung reicht bis ins Jahr 1964 zurück.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
