Joyn und ZDF einigen sich: ZDF-Inhalte kommen auf die Streamingplattform

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Logos von Joyn und ZDF / Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT
Logos von Joyn und ZDF / Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT

Joyn und das ZDF haben ihren Streit um die Einbindung öffentlich-rechtlicher Inhalte beigelegt. Künftig sollen zahlreiche Sendungen aus der ZDF-Mediathek direkt über die Streamingplattform von ProSiebenSat.1 abrufbar sein. Die technische Umsetzung ist für den Herbst 2026 geplant.

ZDF-Inhalte sollen direkt bei Joyn abrufbar werden

Joyn erweitert sein Streamingangebot künftig um On-Demand-Inhalte des ZDF. Nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de haben sich ProSiebenSat.1 und der öffentlich-rechtliche Sender auf eine gemeinsame Embedding-Lösung verständigt.
Nutzer sollen ausgewählte Inhalte aus der ZDF-Mediathek damit direkt innerhalb der Joyn-Plattform starten und ansehen können. Eine Weiterleitung auf die Website oder in die App des ZDF ist bei dem geplanten Modell nicht erforderlich. Während der gesamten Wiedergabe bleiben die Zuschauer in der Benutzeroberfläche von Joyn.

ZDF-Sendungen bleiben bei Joyn werbefrei

Obwohl die Inhalte innerhalb von Joyn abgespielt werden, sollen die damit erzielten Abrufe weiterhin dem ZDF zugerechnet werden. Dafür ist eine entsprechende Messung durch die Arbeitsgemeinschaft Videoforschung vorgesehen.
Das ZDF bleibt außerdem für seine Produktionen und deren Rechte verantwortlich. Joyn fungiert lediglich als zusätzliche Plattform beziehungsweise als sogenannter Aggregator, über den die Inhalte leichter gefunden und abgerufen werden können.
Werbung soll während der ZDF-Sendungen nicht ausgespielt werden. Die öffentlich-rechtlichen Inhalte bleiben damit auch innerhalb der Joyn-Plattform werbefrei. Joyn könnte dennoch von der Zusammenarbeit profitieren, weil Nutzer nach einer ZDF-Sendung möglicherweise weitere Inhalte aus dem Angebot von ProSiebenSat.1 ansehen.

Umsetzung soll im Herbst 2026 beginnen

Ein konkreter Starttermin für die ZDF-Inhalte bei Joyn steht derzeit noch nicht fest. Nach Informationen aus dem Umfeld der beteiligten Unternehmen soll die technische Umsetzung jedoch im Herbst 2026 beginnen.
Welche Sendungen, Serien, Filme, Shows und Dokumentationen aus der ZDF-Mediathek über Joyn angeboten werden, ist bislang ebenfalls nicht bekannt. Auch ProSiebenSat.1 und das ZDF haben die Einigung bisher nicht offiziell bestätigt.
Aus Unternehmenskreisen ist laut dem Bericht von einer partnerschaftlich ausgehandelten „Kooperation auf Augenhöhe“ die Rede.

Frühere Einbindung führte zum Streit

Die Einigung ist bemerkenswert, weil die Einbindung öffentlich-rechtlicher Inhalte bei Joyn im Frühjahr 2025 noch zu einer heftigen Auseinandersetzung geführt hatte.
Damals hatte ProSiebenSat.1 zahlreiche Inhalte von ARD und ZDF ohne vorherige Abstimmung in seine Streamingplattform integriert. Das Unternehmen bezeichnete das Vorhaben als Beta-Test und wollte Joyn stärker als zentrale Anlaufstelle für unterschiedliche Streamingangebote positionieren.
ARD und ZDF wehrten sich jedoch gegen die unangekündigte Übernahme ihrer Mediatheksinhalte und gingen auch juristisch gegen das Vorgehen vor. Weniger als vier Wochen nach dem Start wurde der Test wieder beendet (wir berichteten).

Reformstaatsvertrag erleichtert die Zusammenarbeit

Seit der damaligen Auseinandersetzung haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändert. Der Ende 2025 in Kraft getretene Reformstaatsvertrag sieht ausdrücklich eine stärkere Zusammenarbeit zwischen privaten Medienunternehmen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vor.
Auch das Einbetten öffentlich-rechtlicher Angebote auf externen Plattformen wird darin als mögliche Form der Kooperation genannt. Die neue gesetzliche Grundlage dürfte die Verhandlungen zwischen ProSiebenSat.1 und dem ZDF entscheidend erleichtert haben.
Im Gegensatz zum gescheiterten Versuch aus dem Jahr 2025 wurde die geplante Integration diesmal gemeinsam ausgehandelt.

Mit der ARD gibt es noch keine Einigung

Eine vergleichbare Vereinbarung zwischen Joyn und der ARD besteht bislang nicht. Die Beziehungen zwischen ProSiebenSat.1 und der ARD sollen sich nach dem öffentlich ausgetragenen Streit zwar wieder verbessert haben, eine konkrete Einigung über die Einbindung von ARD-Inhalten wurde jedoch noch nicht erzielt.
Für Joyn dürfte eine Zusammenarbeit mit der ARD weiterhin interessant sein. Die Streamingplattform könnte dadurch neben ihren eigenen Serien, Shows und Live-TV-Sendern auch Inhalte der beiden großen öffentlich-rechtlichen Mediatheken an einem zentralen Ort anbieten.
Zunächst soll sich ProSiebenSat.1 jedoch auf die Integration des ZDF-Angebots konzentrieren.

Joyn entwickelt sich weiter zum zentralen Streamingportal

Mit der geplanten Einbindung der ZDF-Mediathek kommt Joyn seinem Ziel näher, sich als umfassende Streamingplattform für unterschiedliche Anbieter und Sender zu etablieren.
Für Nutzer könnte die Kooperation vor allem mehr Komfort bedeuten. Sie müssten nicht mehr zwischen verschiedenen Apps wechseln, sondern könnten ZDF-Inhalte direkt über Joyn suchen und abspielen. Gleichzeitig bleiben die Abrufe, Rechte und Inhalte weiterhin vollständig dem ZDF zugeordnet.

Fazit

Die Einigung zwischen Joyn und dem ZDF beendet einen Streit, der im Frühjahr 2025 noch juristisch und öffentlich ausgetragen wurde. Ab Herbst 2026 sollen die technischen Voraussetzungen für die Einbindung der ZDF-Inhalte geschaffen werden.
Das geplante Embedding-Modell könnte für beide Seiten Vorteile bieten: Das ZDF erreicht seine Zuschauer über eine zusätzliche Plattform, während Joyn sein Angebot erweitert und Nutzer länger innerhalb der eigenen Streamingumgebung halten kann. Wann die ersten ZDF-Sendungen tatsächlich bei Joyn abrufbar sein werden, bleibt allerdings noch abzuwarten.

*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

Quelle: DWDL.de

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