
Die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance steht unmittelbar vor dem Abschluss. Nachdem die letzten rechtlichen Hürden in den USA aus dem Weg geräumt wurden, soll die Transaktion am 6. Oktober 2026 vollzogen werden. Gleichzeitig steht inzwischen fest, wie der neue Medienriese heißen wird: Der gemeinsame Dachkonzern tritt künftig schlicht unter dem Namen Skydance auf. Paramount und Warner Bros. bleiben dagegen als eigenständige Marken bestehen.
Paramount und Warner Bros. schließen Mega-Deal am 6. Oktober ab
Nach monatelangen Verhandlungen und mehreren kartellrechtlichen Auseinandersetzungen nähert sich einer der größten Mediendeals der vergangenen Jahre seinem Abschluss. Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery haben offiziell den 6. Oktober 2026 als geplanten Abschlusstermin genannt. Paramount hatte sich bereits im Februar mit Warner Bros. Discovery auf die Übernahme verständigt. Die Transaktion bewertet Warner Bros. Discovery einschließlich Schulden mit einem Unternehmenswert von rund 110 Milliarden US-Dollar. Unter dem gemeinsamen Dach entsteht damit einer der größten Film-, Fernseh- und Streamingkonzerne weltweit.
Noch im Sommer war allerdings keineswegs sicher, wann der Deal tatsächlich abgeschlossen werden könnte. Mehrere US-Bundesstaaten sowie die Writers Guild of America hatten gegen den Zusammenschluss geklagt. Ende September wurde schließlich eine Einigung erzielt und das bisherige Verbot zum Abschluss der Transaktion aufgehoben. Damit fällt nun die entscheidende Hürde, über die wir zuletzt noch im Zusammenhang mit der Paramount-Warner-Übernahme berichtet hatten.
Neuer Dachkonzern trägt künftig den Namen Skydance
Kurz vor dem Abschluss hat Paramount-Chef David Ellison außerdem eine wichtige Frage beantwortet: Der gemeinsame Konzern wird künftig Skydance heißen. Die Entscheidung soll vor allem dafür sorgen, dass die beiden traditionsreichen Studiomarken Paramount und Warner Bros. ihre jeweilige Identität behalten können. Skydance fungiert dagegen als übergeordneter Konzernname. Paramount Pictures soll deshalb weiterhin Paramount Pictures heißen, während auch Warner Bros. als Marke bestehen bleibt.
Der Name ist gleichzeitig eine Rückkehr zu Ellisons eigenen Wurzeln. David Ellison gründete Skydance bereits vor rund zwei Jahrzehnten. 2025 wurde das Unternehmen mit Paramount zusammengeführt – nun wird ausgerechnet Skydance zum Namen des nochmals deutlich größeren Medienkonzerns. Damit verschwindet auch die bisher etwas sperrige Konzernbezeichnung Paramount Skydance wieder aus dem Mittelpunkt.
Diese bekannten Marken gehören künftig zu Skydance
Durch den Zusammenschluss entsteht ein enormes Portfolio aus Filmstudios, TV-Sendern, Streamingdiensten und weltbekannten Unterhaltungsmarken.
Von Paramount kommen unter anderem:
- Paramount Pictures
- CBS
- Nickelodeon
- MTV
- Comedy Central
- Showtime
- Paramount+
- Pluto TV
- Skydance Animation
Warner Bros. Discovery bringt dagegen unter anderem folgende Marken mit:
- Warner Bros. Pictures
- Warner Bros. Television
- HBO
- HBO Max
- CNN
- Discovery
- TNT und TBS
- Cartoon Network
- DC Studios
Damit landen auch einige der größten Film- und Serienfranchises unter einem gemeinsamen Konzerndach. Dazu gehören beispielsweise Harry Potter, Game of Thrones, das DC Universe, Mission: Impossible, Top Gun, Star Trek, Transformers, Teenage Mutant Ninja Turtles und SpongeBob Schwammkopf. Gerade diese Kombination zeigt, welche Dimension der Zusammenschluss inzwischen erreicht hat.
HBO Max und Paramount+ rücken langfristig zusammen
Für Streamingkunden dürfte allerdings eine andere Frage besonders interessant sein: Was passiert mit HBO Max und Paramount+?
Paramount hatte bereits bei der Ankündigung der Übernahme erklärt, die Streamingportfolios beider Unternehmen langfristig zu einer stärkeren gemeinsamen Plattform entwickeln zu wollen. Zusammen kommen Paramount+, HBO Max und weitere Angebote auf eine enorme internationale Reichweite. Das bedeutet jedoch nicht, dass HBO Max und Paramount+ bereits unmittelbar nach dem 6. Oktober in einer einzigen App aufgehen.
Ein konkreter Zeitplan für eine technische Zusammenlegung wurde bislang nicht veröffentlicht. Ebenso ist noch offen, welche Marken langfristig erhalten bleiben und wie mögliche Bundles oder gemeinsame Abonnements aussehen könnten. Für deutsche Abonnenten ändert sich deshalb zunächst nichts. HBO Max und Paramount+ bleiben vorerst eigenständige Streamingdienste mit ihren bisherigen Apps und Abonnements. Langfristig dürfte die Streamingstrategie von Skydance jedoch zu den spannendsten Punkten des gesamten Zusammenschlusses gehören.
Paramount und Warner müssen zahlreiche Bedingungen erfüllen
Ganz ohne Zugeständnisse konnte Paramount die Übernahme allerdings nicht abschließen. Im Rahmen der Einigung mit mehreren US-Bundesstaaten hat sich der künftige Konzern zu umfangreichen Bedingungen verpflichtet. In den ersten beiden Jahren muss Skydance in den USA mindestens 30 Kinofilme pro Jahr veröffentlichen. Vom dritten bis zum fünften Jahr steigt die Zahl auf mindestens 32 Filme jährlich.
Außerdem müssen die angerechneten Filme mindestens 45 Tage exklusiv im Kino bleiben. Für Streamingdienste gilt sogar eine längere Frist: Die entsprechenden Filme dürfen frühestens 90 Tage nach dem US-Kinostart bei einem SVOD-Dienst erscheinen. Darüber hinaus muss der Konzern über fünf Jahre jährlich mindestens 300 Millionen US-Dollar zusätzlich in US-Produktionen investieren. Die Studiogelände von Paramount und Warner Bros. dürfen während dieses Zeitraums außerdem weder verkauft noch geschlossen werden. Damit sollen unter anderem Arbeitsplätze, Kinoproduktionen und ein gewisses Maß an Wettbewerb abgesichert werden. Interessant für Streamingnutzer: Pluto TV muss ebenfalls als kostenloser werbefinanzierter Streamingdienst erhalten bleiben.
Casey Bloys übernimmt das Streaminggeschäft – David Zaslav geht
Auch bei der Führung des neuen Medienriesen werden die Karten neu gemischt. Während David Ellison weiterhin Chairman und CEO bleibt und Ynon Kreiz als Co-CEO in die Konzernspitze einzieht, zeichnet sich inzwischen auch eine wichtige Entscheidung für das Streaminggeschäft ab. Casey Bloys, bislang Chairman und CEO von HBO und HBO Max Content bei Warner Bros. Discovery, soll künftig die Verantwortung für das gesamte Streaminggeschäft von Paramount und Warner Bros. übernehmen. Damit würden unter anderem HBO Max und Paramount+ unter seiner Führung zusammengeführt.
Bloys übernimmt damit einen der wichtigsten Bereiche des neuen Konzerns. Paramounts bisherige Streamingchefin Cindy Holland hat das Unternehmen bereits kurz vor Abschluss der Übernahme verlassen. In ihrer Abschiedsnachricht verwies sie unter anderem darauf, dass David Ellison bei der Neuaufstellung großen Wert auf die Stabilität von HBO legt. Das passt zur bisherigen Strategie von Ellison. HBO soll trotz der geplanten Zusammenführung der Streamingplattformen seine eigene Identität und weitgehende kreative Unabhängigkeit behalten. Gleichzeitig sollen HBO Max und Paramount+ langfristig technisch und strategisch enger zusammenrücken.
Für Bloys dürfte damit eine gewaltige Aufgabe beginnen: Er muss nicht nur zwei große Streamingdienste und deren Inhalte zusammenbringen, sondern auch entscheiden, wie HBO Max, Paramount+, Pluto TV und die zahlreichen Marken des neuen Konzerns künftig miteinander verzahnt werden.
David Zaslav verlässt Warner Bros. Discovery
Für den bisherigen Warner-Bros.-Discovery-Chef David Zaslav endet mit der Übernahme dagegen voraussichtlich seine Zeit an der Konzernspitze. Nach dem Abschluss des Deals wird mit seinem Ausscheiden gerechnet. Finanziell dürfte der Abschied allerdings äußerst lukrativ ausfallen. Durch Abfindungen, Aktienoptionen und weitere Beteiligungen könnte Zaslav einen Betrag in der Größenordnung von rund 600 Millionen US-Dollar erhalten. Branchenberichte beziffern den Wert aktuell auf mehr als 550 Millionen US-Dollar, darunter allein rund 34,2 Millionen US-Dollar Barabfindung. Die endgültige Summe hängt unter anderem vom Wert und der Behandlung seiner Aktien- und Optionspakete beim Abschluss der Transaktion ab.
Damit endet eine Ära, die 2022 mit der Fusion von WarnerMedia und Discovery begonnen hatte. Zaslav führte Warner Bros. Discovery durch mehrere Jahre mit umfangreichen Sparmaßnahmen, Umstrukturierungen und dem Ausbau des Streaminggeschäfts rund um HBO Max. Unter dem neuen Skydance-Dach übernimmt nun eine komplett neu zusammengesetzte Führungsspitze.
Was bedeutet die Paramount-Warner-Fusion für Streamingkunden?
Kurzfristig dürfte die Übernahme für die meisten Nutzer kaum spürbar sein. Weder HBO Max noch Paramount+ verschwinden mit dem Abschluss des Deals plötzlich, zudem bleiben die bekannten Marken Paramount und Warner Bros. bestehen. Spannender wird daher die weitere Entwicklung. Denn erstmals befinden sich HBO Max, Paramount+ und Pluto TV unter einem gemeinsamen Dach. Zugleich vereint Skydance riesige Film- und Serienbibliotheken sowie einige der stärksten Franchises Hollywoods.
Gerade im Streaminggeschäft könnte der neue Konzern dadurch deutlich schlagkräftiger gegenüber Netflix, Disney und Amazon auftreten. Ob daraus letztlich eine einzige große Streamingplattform, verschiedene miteinander verbundene Dienste oder vor allem gemeinsame Bundles entstehen, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen.
Fest steht zunächst: Mit dem für den 6. Oktober 2026 geplanten Abschluss beginnt für Paramount und Warner Bros. Discovery ein neues Kapitel – unter einem überraschend kurzen Namen: Skydance.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
