
Die Prime Video Sammelklage nimmt Fahrt auf. Mehr als 200.000 Menschen in Deutschland haben sich der Klage gegen die nachträglich eingeführte Werbung angeschlossen. Doch gemessen an rund 20 Millionen Prime-Abonnenten wirkt die Zahl überschaubar. Trotzdem geht es um viel Geld – und um Grundsatzfragen.
Worum es bei der Prime Video Sammelklage geht
Amazon hatte Anfang 2024 bei Prime Video Werbung als neuen Standard eingeführt. Wer weiterhin werbefrei streamen möchte, zahlt seitdem 2,99 Euro zusätzlich pro Monat. Zudem sind Funktionen wie Dolby Vision und Dolby Atmos an das werbefreie Upgrade gekoppelt.
Die Verbraucherzentrale Sachsen hält dieses Vorgehen für rechtswidrig. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um eine einseitige Verschlechterung der Vertragsbedingungen. Deshalb hätte Amazon die aktive Zustimmung der Kunden einholen sowie ein Sonderkündigungsrecht einräumen müssen.
Wie realistisch sind Rückzahlungen?
In einem separaten Verfahren rund um die Werbeeinführung musste Amazon bereits eine Niederlage hinnehmen. Zwar will der Konzern durch weitere Instanzen gehen, doch das erste Urteil stärkt die Position der Verbraucher.
Für Teilnehmer der Sammelklage stehen die Chancen daher nicht schlecht. Im Kern geht es um 2,99 Euro pro Monat – also exakt den Betrag, den Amazon für das Entfernen der Werbung verlangt. Je länger das Abo mit Werbung lief, desto höher könnte eine mögliche Rückerstattung ausfallen.
200.000 Kläger – viel oder wenig?
Die Zahl klingt beeindruckend. Allerdings relativiert sie sich, wenn man sie ins Verhältnis setzt. Bei geschätzten 20 Millionen Prime-Abonnenten in Deutschland entspricht das nur einem kleinen Prozentsatz.
Dennoch kann der finanzielle Druck erheblich sein. Zusätzlich hat die Verbraucherzentrale Sachsen eine Gewinnabschöpfungsklage über 1,8 Milliarden Euro eingereicht. Damit sollen Werbegewinne abgeschöpft werden, die nach möglichen Rückzahlungen übrig bleiben.
Amazon bleibt bei seiner Position
Amazon sieht sich weiterhin im Recht. Der Konzern argumentiert, dass die Änderungen im Rahmen der Vertragsbedingungen erfolgt seien. Gleichzeitig dürfte klar sein: Sollte das Verfahren zugunsten der Verbraucher ausgehen, könnten erhebliche Summen fällig werden.
Anmeldungen zur Prime Video Sammelklage sind weiterhin möglich – und zwar bis drei Wochen nach Ende der mündlichen Verhandlung. Ein Termin vor dem Bayerischen Oberlandesgericht steht noch aus.
Fazit zur Prime Video Sammelklage
Die Prime Video Sammelklage ist mehr als ein Streit um 2,99 Euro. Sie betrifft die Frage, wie weit Streaming-Anbieter Vertragsbedingungen nachträglich verändern dürfen. Auch wenn sich bislang nur ein Bruchteil der Abonnenten beteiligt hat, könnte das Verfahren Signalwirkung für die gesamte Branche entfalten.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.


