Wenn Geheimnisse viral gehen: ARD-Serie „Schattenseite“ zeigt die dunkle Seite digitaler Netzwerke

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Nola (Samirah Breuer) betritt zum ersten Mal den Schulhof der Lola-Montez-Schule / © ARD Degeto Film/HR/funk/Dreamtool Entertainment GmbH/Elliott Kreyenberg
Nola (Samirah Breuer) betritt zum ersten Mal den Schulhof der Lola-Montez-Schule / © ARD Degeto Film/HR/funk/Dreamtool Entertainment GmbH/Elliott Kreyenberg

Was passiert, wenn private Chats und Fotos plötzlich für alle sichtbar im Netz landen? Die neue ARD-Serie „Schattenseite“ beleuchtet auf eindringliche Weise die Gefahren von Datenmissbrauch, Cybermobbing und digitaler Bloßstellung – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte.

Digitale Schattenseiten im Schulalltag

Im Mittelpunkt der sechsteiligen Thriller-Serie steht eine Gruppe Jugendlicher, deren Alltag durch eine mysteriöse App aus den Fugen gerät. Bei der Trauerfeier für den verstorbenen Linus (Philip Günsch) erhalten alle Schüler plötzlich anonyme Push-Nachrichten auf ihr Smartphone: Wenn ein Countdown eine bestimmte Klickzahl erreicht, wird ein weiteres Geheimnis veröffentlicht – samt privater Chats, Videos und Fotos.
So wird aus einem tragischen Ereignis ein gefährliches Social-Media-Spiel, das gnadenlos intime Details ans Licht bringt.

Vorlage von YouTuber Jonas Ems

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman des YouTubers und Content Creators Jonas Ems (28), der für Formate wie „Krass Klassenfahrt“ bekannt ist. Ems schrieb gemeinsam mit Hanna Hribar am Drehbuch mit und passte seine 2019 entstandene Buchvorlage an die heutige digitale Realität an – eine Zeit, in der Datenlecks, Leaks und Social-Media-Skandale fast zum Alltag gehören.

„Es fehlt nach wie vor an Aufklärung darüber, wie gefährlich es ist, persönliche Daten leichtfertig zu teilen“, betont Ems im Interview mit der dpa. Genau diese Warnung zieht sich als zentrales Motiv durch alle sechs Folgen.

Mystery trifft Krimi – wer steckt hinter der „Schattenseite“?

Gedreht wurde in Berlin und Brandenburg unter der Regie von Özgür Yildrim und Alison Kuhn. Im Fokus steht die Clique um Nola (Samirah Breuer), Corvin (Florian Geißelmann) und Simon (Ludger Bökelmann), die verzweifelt herauszufinden versucht, wer hinter der anonymen Plattform steckt.
Dabei geraten immer wieder neue Verdächtige ins Visier – doch die Wahrheit bleibt lange im Dunkeln. Zwischen Mobbing, Drogen, Outings und familiären Konflikten entfaltet sich ein packender, aber auch überfrachteter Mix aus Coming-of-Age-Drama und Krimiserie.

Ein Spiegel der Generation Z

Trotz kleiner Schwächen liefert „Schattenseite“ einen frischen, modernen Blick auf die Lebenswelt junger Menschen, die permanent online sind. Ähnlich wie bei internationalen Erfolgen wie „Euphoria“ oder „Pretty Little Liars“ werden Tabuthemen offen angesprochen – von psychischem Druck bis zu toxischen Beziehungen.

Sehenswert und relevant

„Schattenseite“ ist ein spannender und zugleich wichtiger Beitrag zur Diskussion über Datenschutz und digitale Verantwortung. Die Serie zeigt eindrucksvoll, wie schnell Vertrauen, Freundschaft und Privatsphäre im digitalen Zeitalter zerbrechen können.

Alle sechs Folgen sind ab sofort in der ARD Mediathek verfügbar.
Im Ersten läuft die Serie zudem am 26. Oktober ab 21:45 Uhr im Anschluss an den Tatort.

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