Sky-Übernahme: RTL zahlt zunächst nur 68 Millionen Euro

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Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT
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Die Sky-Übernahme durch RTL ist abgeschlossen. Zum 1. Juni hat die RTL Group die Geschäfte von Sky Deutschland, Österreich und der Schweiz offiziell übernommen. Überraschend niedrig fällt zunächst die Barzahlung an Comcast aus. Statt der ursprünglich genannten 150 Millionen Euro zahlt RTL vorerst nur 68 Millionen Euro. Der Kaufpreis kann sich jedoch noch deutlich erhöhen.

RTL übernimmt Sky Deutschland offiziell

Die RTL Group hat den Vollzug der Übernahme von Sky Deutschland wie angekündigt abgeschlossen. Vorausgegangen war die Genehmigung der Europäischen Union, die im April ohne Auflagen erteilt wurde. Damit gehören die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz nun vollständig zur RTL Group.
Zur Übernahme zählen auch die Kundenbeziehungen in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Die Transaktion erfolgte auf einer bargeld- und schuldenfreien Basis. Für RTL ist der Schritt einer der wichtigsten strategischen Zukäufe der vergangenen Jahre, denn der Konzern stärkt damit seine Position im deutschen TV- und Streaming-Markt erheblich.

RTL zahlt zunächst nur 68 Millionen Euro

Überraschend ist vor allem die zunächst fällige Barzahlung. RTL hat an Comcast vorerst nur 68 Millionen Euro gezahlt. Ursprünglich war von 150 Millionen Euro die Rede gewesen. Der nun niedrigere Betrag ergibt sich laut RTL aus „marktüblichen Anpassungen beim Nettoumlaufvermögen sowie bei schuldähnlichen Positionen“.
Ganz abgeschlossen ist die finanzielle Bewertung damit allerdings noch nicht. Der Betrag kann sich nach Vollzug der Transaktion durch weitere Anpassungen noch verändern. Zudem enthält der Deal eine sogenannte Earn-Out-Komponente, durch die sich der Kaufpreis erheblich erhöhen könnte.

Earn-Out kann Kaufpreis deutlich steigen lassen

Die zusätzliche Earn-Out-Komponente kann bis zu 377 Millionen Euro betragen. Sie ist an die Kursentwicklung der RTL-Group-Aktie gekoppelt. Der volle Betrag wäre erst dann fällig, wenn der Aktienkurs innerhalb der kommenden fünf Jahre einen Wert von 65,26 Euro erreicht oder überschreitet.
Dieser Schwellenwert liegt unter dem ursprünglich genannten Wert von 70 Euro. Grund dafür ist, dass die Dividende im Zusammenhang mit dem Verkauf von RTL Nederland herausgerechnet wurde. Ein Teil der Earn-Out-Zahlung kann jedoch bereits ab einem Aktienkurs von 36,26 Euro fällig werden.
Wie hoch die Zahlung in diesem Fall genau ausfallen würde, hat RTL nicht bekannt gegeben. Zuletzt lag die RTL-Aktie bei 31,55 Euro. Die RTL Group kann eine mögliche Earn-Out-Zahlung wahlweise in eigenen Aktien, in bar oder als Kombination aus beidem leisten. Vorsorglich hat der Konzern bereits 3,75 Millionen eigene Aktien zurückgekauft und plant den Erwerb weiterer 0,5 Millionen Aktien.

RTL, Sky und Wow kommen auf 12,3 Millionen Abos

Mit der abgeschlossenen Sky-Übernahme verschieben sich die Kräfteverhältnisse im deutschen TV- und Streaming-Markt deutlich. Gemeinsam kommen RTL, Sky und Wow auf 12,3 Millionen bezahlte Abonnements. Damit entsteht ein deutlich größeres Gegengewicht zu internationalen Streamingdiensten wie Netflix, Prime Video oder Disney+.
Für RTL geht es dabei nicht nur um Reichweite, sondern auch um Kostenstrukturen, Inhalte und neue Angebotsformen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, dass die Marken RTL, Sky und Wow zunächst bestehen bleiben sollen. Gleichzeitig dürften in Zukunft neue Paketangebote und gemeinsame Produktmodelle eine wichtige Rolle spielen.

RTL erwartet hohe Synergien

Ein zentrales Ziel der Übernahme sind Einsparungen. Innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion will RTL jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro erzielen. Dabei spricht das Unternehmen von „Kostensynergien in allen Bereichen“.
Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen, bleibt abzuwarten. Möglich sind unter anderem gemeinsame technische Plattformen, gebündelte Vermarktung, optimierte Inhalte-Einkäufe oder schlankere Strukturen in Verwaltung und Betrieb. Für Kunden dürfte vor allem entscheidend sein, wie RTL die Angebote von RTL+, Sky und Wow künftig miteinander verzahnt.

Aktualisierter Ausblick folgt im August

Im August will die RTL Group im Rahmen der Vorlage der Halbjahresbilanz einen aktualisierten Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 präsentieren. Dieser soll dann erstmals die vollständige Konsolidierung von Sky Deutschland für den Zeitraum Juni bis Dezember berücksichtigen.
Damit dürfte klarer werden, welchen finanziellen Effekt die Übernahme kurzfristig auf die RTL Group hat. Langfristig ist die Sky-Übernahme durch RTL jedoch vor allem ein strategischer Schritt. Der Konzern baut seine Marktposition aus, gewinnt zusätzliche Abo-Kunden und sichert sich starke Inhalte aus den Bereichen Sport, Serien, Filme und Entertainment.

Fazit: RTL stärkt seine Position im Streaming-Markt

Die Sky-Übernahme durch RTL ist ein bedeutender Einschnitt für den deutschen Medienmarkt. Zwar fällt die erste Barzahlung an Comcast mit 68 Millionen Euro deutlich niedriger aus als zunächst erwartet, doch durch die Earn-Out-Komponente kann sich der Kaufpreis noch erheblich erhöhen.
Für Zuschauer ändert sich kurzfristig vermutlich wenig. Mittel- und langfristig dürfte RTL die Übernahme jedoch nutzen, um seine Streaming- und Pay-TV-Angebote enger miteinander zu verbinden. Damit entsteht ein neuer großer Player im deutschsprachigen Markt, der im Wettbewerb mit internationalen Plattformen deutlich mehr Gewicht bekommt.

*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

Quelle: DWDL.de

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