
Joyn erhält ab Januar 2027 eine neue technische Grundlage. ProSiebenSat.1 und der Mutterkonzern MFE führen dafür ihre bisherigen Streaming-Infrastrukturen zusammen. Die Marke Joyn sowie das lokale Programmangebot sollen jedoch bestehen bleiben.
Joyn bleibt trotz neuer europäischer Streamingplattform erhalten
Der Streamingdienst Joyn steht vor einem umfassenden technischen Umbau. Der ProSiebenSat.1-Mehrheitsaktionär MediaForEurope, kurz MFE, plant ab Januar 2027 eine gemeinsame Streamingplattform für mehrere europäische Märkte.
Dafür sollen die bislang getrennten technischen Systeme aus Deutschland und Italien miteinander verbunden werden. Nach Angaben von MFE wird die neue Plattform die Technologie hinter Joyn mit einer in Italien entwickelten Benutzeroberfläche kombinieren. Ziel ist eine einheitliche und leistungsfähigere technische Grundlage für die Streamingangebote des Medienkonzerns.
Für deutsche Nutzer bedeutet das allerdings nicht, dass Joyn eingestellt oder durch einen vollkommen neuen Streamingdienst ersetzt wird. ProSiebenSat.1 hat inzwischen klargestellt, dass die bekannte Marke in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig erhalten bleiben soll.
Technische Infrastruktur wird zusammengeführt
Im Mittelpunkt der Pläne steht vor allem die Technik hinter der Plattform. MFE will die Streaming-Infrastrukturen seiner europäischen Tochterunternehmen bündeln und künftig gemeinsam betreiben.
Durch die Zusammenlegung sollen Entwicklung, Wartung und Betrieb effizienter werden. Gleichzeitig verspricht sich der Konzern eine bessere Skalierbarkeit. Neue Funktionen könnten dadurch schneller für mehrere Länder entwickelt und auf den jeweiligen Plattformen eingeführt werden.
Joyn soll nach dem Umbau auf einer moderneren und leistungsfähigeren technischen Plattform laufen. Für Nutzer könnten sich dadurch unter anderem kürzere Ladezeiten, stabilere Livestreams und eine insgesamt bessere Performance ergeben. Welche konkreten technischen Verbesserungen zum Start bereitstehen werden, wurde bislang jedoch nicht ausführlich erläutert.
Müssen Nutzer eine neue Joyn-App installieren?
Nach aktuellem Stand müssen sich Nutzer nicht auf einen vollständigen Neustart oder einen Wechsel zu einer anderen Marke einstellen. Joyn soll auch nach Januar 2027 der zentrale Streamingdienst von ProSiebenSat.1 im deutschsprachigen Raum bleiben.
Ob für einzelne Geräte eine neue App-Version oder ein reguläres Update erforderlich sein wird, ist noch nicht bekannt. Da die Umstellung hauptsächlich im Hintergrund stattfinden soll, dürfte sich für bestehende Nutzer zunächst nur wenig ändern.
Auch vorhandene Kundenkonten und Abonnements sollen voraussichtlich weitergenutzt werden können. Eine offizielle Bestätigung zu möglichen Änderungen bei Login-Daten, Konten oder Joyn PLUS+ steht derzeit allerdings noch aus.
Lokale Inhalte bleiben im Mittelpunkt
Trotz der gemeinsamen europäischen Technik soll kein einheitlicher Programmkatalog für alle Länder entstehen. MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi betonte, dass die einzelnen Angebote weiterhin stark auf lokale Inhalte ausgerichtet bleiben sollen.
In Deutschland dürfte Joyn somit auch künftig vor allem Sendungen, Serien, Shows, Realityformate, Sportübertragungen und Livestreams aus dem Umfeld von ProSiebenSat.1 anbieten. Dazu gehören Inhalte von ProSieben, Sat.1, Kabel Eins, Sixx, ProSieben Maxx und weiteren Partnersendern.
Ein gemeinsamer europäischer Katalog nach dem Vorbild von Netflix oder Prime Video ist demnach nicht geplant. Die Plattformen sollen zwar dieselbe technische Basis verwenden, inhaltlich aber auf die jeweiligen Länder zugeschnitten bleiben.
Joyn soll im Wettbewerb mit Netflix und Prime Video gestärkt werden
Mit der neuen Infrastruktur möchte MFE seine Position im europäischen Streamingmarkt ausbauen. Der Konzern tritt dabei gegen international aufgestellte Anbieter wie Netflix, Prime Video und Disney+ an.
Durch die gemeinsame technische Plattform können die Kosten für Entwicklung und Betrieb auf mehrere Märkte verteilt werden. Gleichzeitig lassen sich neue Werbe- und Streamingfunktionen leichter über Ländergrenzen hinweg einsetzen.
Die Zusammenführung ist damit ein wichtiger Bestandteil der engeren Verzahnung von MFE und ProSiebenSat.1. MFE betreibt bereits große Fernsehsender und Streamingangebote in Italien und Spanien und hat durch seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 seine Präsenz auf dem deutschen Markt deutlich erweitert.
Was ändert sich bei Joyn ab Januar 2027?
Für Nutzer in Deutschland sind nach derzeitigem Stand vor allem Veränderungen im Hintergrund zu erwarten. Der Name Joyn bleibt bestehen, das Angebot wird weiterhin auf den deutschen Markt zugeschnitten und auch die strategische Ausrichtung des Streamingdienstes soll unverändert bleiben.
Die wichtigsten möglichen Verbesserungen betreffen die Geschwindigkeit, Stabilität und technische Weiterentwicklung der Plattform. Größere Änderungen an den Preisen, dem kostenlosen Angebot oder Joyn PLUS+ wurden bislang nicht angekündigt.
Bis zum geplanten Start im Januar 2027 dürften ProSiebenSat.1 und MFE weitere Einzelheiten zur neuen Plattform und zu möglichen App-Updates bekannt geben.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
Quellen: teltarif, Digitalfernsehene.de


