
Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance entwickelt sich zunehmend zu einem langwierigen Verfahren. Nachdem mehrere US-Bundesstaaten gegen den milliardenschweren Zusammenschluss geklagt haben, hat Paramount nun zugesagt, die Transaktion vorerst nicht abzuschließen. Dadurch könnte sich die Übernahme bis ins Jahr 2027 verzögern.
Paramount wartet gerichtliche Entscheidung ab
Paramount Skydance hat sich dazu verpflichtet, die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery zunächst nicht zu vollziehen. Der Medienkonzern will entweder eine gerichtliche Entscheidung über die Klage mehrerer US-Bundesstaaten abwarten oder die Transaktion spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorantreiben. Entscheidend ist, welches dieser beiden Ereignisse zuerst eintritt.
Ob das zuständige Gericht bereits vor diesem Termin zu einer endgültigen Entscheidung kommt, ist derzeit noch offen. Die Vereinbarung sorgt jedoch dafür, dass sich der Zusammenschluss der beiden Medienkonzerne voraussichtlich um mehrere Monate verzögern wird.
Mehrere US-Bundesstaaten klagen gegen die Übernahme
Insgesamt zwölf US-Bundesstaaten gehen unter der Führung Kaliforniens juristisch gegen die geplante Übernahme vor. Die Kläger befürchten, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb auf dem Film- und Kinomarkt erheblich beeinträchtigen könnte.
Durch die Übernahme würden zahlreiche Filmstudios, Fernsehsender, Streamingdienste und bekannte Unterhaltungsmarken unter dem Dach eines einzigen Konzerns zusammengeführt. Nach Ansicht der klagenden Bundesstaaten könnte dies nicht nur die Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher verringern, sondern langfristig auch den wirtschaftlichen Druck auf Kinos erhöhen.
Eine US-Richterin hatte den Vollzug der Übernahme bereits vorläufig gestoppt. Die zunächst festgelegte Frist hätte allerdings nur bis Mitte August 2026 gegolten. Mit der neuen Vereinbarung akzeptiert Paramount nun eine deutlich längere Verzögerung.
Paramount drohen hohe tägliche Zahlungen
Die Verschiebung könnte für Paramount Skydance ausgesprochen teuer werden. Sollte die Übernahme nicht bis zum 30. September 2026 abgeschlossen sein, greift eine sogenannte „Ticking Fee“.
Paramount müsste Warner Bros. Discovery anschließend für jeden weiteren Tag der Verzögerung rund sieben Millionen US-Dollar zahlen. Diese Vereinbarung wurde während des Übernahmekampfes getroffen, als Paramount noch mit Netflix um Teile von Warner Bros. Discovery konkurrierte.
Paramount hatte die täglichen Zahlungen damals angeboten, um das eigene Übernahmeangebot attraktiver zu machen. Das Unternehmen ging offenbar davon aus, die erforderlichen Genehmigungen schnell zu erhalten. Durch das aktuelle Gerichtsverfahren könnte diese Zusage nun erhebliche Kosten verursachen.
Übernahme könnte Paramount Milliarden kosten
Sollte sich das Verfahren über einen längeren Zeitraum hinziehen, könnten sich die täglichen Zahlungen auf eine beträchtliche Summe addieren. Noch teurer würde es für Paramount, wenn die Übernahme vollständig scheitert.
In diesem Fall könnte eine Abbruchgebühr von rund sieben Milliarden US-Dollar fällig werden. Im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Geschäfts fällt jedoch selbst diese Summe vergleichsweise gering aus: Paramount Skydance will für die vollständige Übernahme von Warner Bros. Discovery rund 111 Milliarden US-Dollar bezahlen.
Paramount sieht Vereinbarung dennoch als Erfolg
Trotz der drohenden Verzögerung bewertet Paramount die Vereinbarung öffentlich positiv. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Entwicklung als „bedeutenden Erfolg“, weil dadurch ein vergleichsweise schnelles Gerichtsverfahren ermöglicht werde.
Paramount will vor Gericht darlegen, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch den Verbraucherinnen und Verbrauchern schade. Nach Ansicht des Unternehmens sei die Transaktion außerdem positiv für Kreative und die gesamte Unterhaltungsbranche.
Der Konzern verweist zudem darauf, dass bereits zahlreiche Wettbewerbsbehörden weltweit keine grundsätzlichen Einwände gegen die Übernahme erhoben hätten. Auch das US-Justizministerium hatte den Zusammenschluss zuvor genehmigt. Die Europäische Kommission erteilte ebenfalls grünes Licht, knüpfte ihre Zustimmung jedoch an bestimmte Auflagen.
Netflix hatte ebenfalls Interesse an Warner Bros. Discovery
Bevor Paramount den Zuschlag erhielt, hatte auch Netflix Interesse an Teilen von Warner Bros. Discovery gezeigt. Der Streamingdienst wollte vor allem das Studio- und Streaminggeschäft des Unternehmens übernehmen.
Zwischen Netflix und dem Management von Warner Bros. Discovery soll es zeitweise bereits eine grundsätzliche Einigung gegeben haben. Paramount legte anschließend jedoch ein Angebot für den vollständigen Konzern vor und konnte sich damit im Übernahmekampf durchsetzen.
Zum Geschäft von Warner Bros. Discovery gehören unter anderem bekannte Film- und Fernsehstudios, internationale TV-Sender sowie Streamingangebote. Eine vollständige Übernahme würde die Kräfteverhältnisse auf dem weltweiten Medien- und Streamingmarkt daher deutlich verändern.
Fazit
Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance bleibt eines der größten und kompliziertesten Mediengeschäfte der vergangenen Jahre. Zwar haben wichtige Wettbewerbsbehörden dem Zusammenschluss bereits zugestimmt, doch die Klage mehrerer US-Bundesstaaten sorgt nun für eine erhebliche Verzögerung.
Für Paramount beginnt damit ein kostspieliger Wettlauf gegen die Zeit. Sollte die Transaktion nicht bis Ende September 2026 abgeschlossen werden, könnten täglich weitere Zahlungen in Millionenhöhe anfallen. Eine endgültige Entscheidung könnte sich im schlimmsten Fall bis zum 1. Juni 2027 hinziehen.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
Quelle: DWDL


