
Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Die Europäische Kommission hat dem milliardenschweren Zusammenschluss zugestimmt. Die Genehmigung ist allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft, die vor allem den europäischen Kinofilmvertrieb betreffen.
EU-Kommission gibt grünes Licht für Paramount-Warner-Deal
Paramount darf Warner Bros. Discovery aus Sicht der Europäischen Kommission übernehmen. Die Wettbewerbshüter in Brüssel kamen nach ihrer Prüfung zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss in den meisten untersuchten Bereichen keine erheblichen Wettbewerbsprobleme verursachen dürfte.
Nach Einschätzung der Kommission bleiben unter anderem bei der Produktion von Filmen und Serien genügend konkurrierende Studios erhalten. Dazu gehören große Anbieter wie Disney, NBCUniversal und Sony sowie kleinere Studios und europäische Produktionsunternehmen. Auch beim Streaming sieht die Behörde weiterhin ausreichend Wettbewerb.
Die Übernahme wird mit rund 81 Milliarden US-Dollar bewertet. Unter Einbeziehung der übernommenen Schulden beläuft sich der Gesamtwert des Geschäfts auf etwa 110 bis 111 Milliarden US-Dollar.
Bedenken beim europäischen Kinofilmvertrieb
Während die EU-Kommission in den Bereichen Streaming und Filmproduktion keine größeren Probleme erkennt, sieht sie beim Vertrieb von Kinofilmen Risiken für den Wettbewerb.
Paramount und Universal betreiben seit vielen Jahren das Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures, kurz UIP. Das Unternehmen übernimmt in verschiedenen internationalen Märkten den Kinofilmvertrieb für die beteiligten Studios.
Durch die zusätzliche Übernahme von Warner Bros. Discovery könnte Paramount nach Ansicht der Kommission zu viel Einfluss auf den europäischen Filmvertrieb erhalten. Dadurch könnten sich die Vertragsbedingungen für Kinobetreiber verschlechtern. Langfristig könnten auch Zuschauerinnen und Zuschauer durch eine geringere Auswahl oder ungünstigere Marktbedingungen betroffen sein.
Paramount muss sich aus United International Pictures zurückziehen
Um die Bedenken der europäischen Wettbewerbshüter auszuräumen, hat Paramount mehrere Verpflichtungen angeboten.
Das Unternehmen muss seine Beteiligung an United International Pictures im Europäischen Wirtschaftsraum spätestens 13 Monate nach dem Abschluss der Warner-Übernahme beenden. Damit wird die bisherige enge Zusammenarbeit mit Universal beim Kinofilmvertrieb in Europa aufgelöst.
Darüber hinaus darf Paramount für einen Zeitraum von zehn Jahren keine neue Vereinbarung mit NBCUniversal abschließen, durch die Filme beider Unternehmen gemeinsam im Europäischen Wirtschaftsraum vertrieben werden.
Paramount darf den Vertrieb der Warner-Filme außerdem nicht auf Strukturen übertragen, über die gleichzeitig Produktionen von Universal oder Disney vermarktet werden. Ein unabhängiger Treuhänder soll die Umsetzung der Zusagen überwachen. Die Genehmigung der Übernahme gilt somit nur, wenn Paramount sämtliche Verpflichtungen vollständig erfüllt.
HBO Max und Paramount+ künftig unter einem Dach
Nach einem erfolgreichen Abschluss der Übernahme würden einige der bekanntesten Marken der internationalen Unterhaltungsbranche zu einem gemeinsamen Medienkonzern gehören.
Warner Bros. Discovery bringt unter anderem Warner Bros. Pictures, HBO, HBO Max, CNN, Discovery, DC Studios und zahlreiche Fernsehsender in den Zusammenschluss ein. Paramount verfügt seinerseits über Paramount Pictures, CBS, Nickelodeon, MTV und den Streamingdienst Paramount+.
Damit würden auch HBO Max und Paramount+ erstmals unter der Kontrolle desselben Konzerns stehen. Wie die beiden Streamingdienste langfristig aufgestellt werden sollen, ist bislang jedoch nicht näher erläutert worden. Aus der Entscheidung der EU-Kommission ergeben sich zunächst keine konkreten Änderungen an den Apps, Abonnements oder Preisen der beiden Plattformen.
Paramount betrachtet die europäische Genehmigung als wichtigen Meilenstein. Der Konzern argumentiert, dass das vergrößerte Unternehmen besser mit weltweit agierenden Technologie- und Streamingkonzernen konkurrieren könne.
Übernahme bleibt in den USA vorerst gestoppt
Trotz der Zustimmung aus Brüssel ist die Übernahme noch nicht endgültig gesichert. In den USA hat eine Bundesrichterin den Abschluss des Geschäfts vorübergehend gestoppt.
Kalifornien und elf weitere US-Bundesstaaten versuchen, den Zusammenschluss mit einer Kartellklage zu verhindern. Sie befürchten, dass das gemeinsame Unternehmen den Wettbewerb in Hollywood, im Kinofilmvertrieb und beim Kabelfernsehen erheblich einschränken könnte.
Das US-Justizministerium hatte zuvor auf eine Blockade der Übernahme verzichtet. Die klagenden Bundesstaaten vertreten jedoch eine andere Einschätzung. Eine weitere Gerichtsanhörung über eine mögliche einstweilige Verfügung ist für den 3. August 2026 vorgesehen.
Zusätzlich läuft weiterhin eine Prüfung in Großbritannien. Dort könnten vor allem die Auswirkungen auf Nachrichtensender, Kinderprogramme und Streamingangebote genauer untersucht werden.
Paramount steht unter Zeitdruck
Paramount möchte die Transaktion möglichst bis zum 30. September 2026 abschließen. Sollte sich die Übernahme darüber hinaus verzögern, muss der Konzern zusätzliche Zahlungen an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery leisten.
Die vereinbarte Ausgleichszahlung liegt bei rund sieben Millionen US-Dollar pro Tag. Durch eine längere gerichtliche Auseinandersetzung könnten die Kosten für Paramount somit deutlich steigen.
Die Zustimmung der Europäischen Kommission beseitigt damit zwar eine der wichtigsten regulatorischen Hürden. Entscheidend für die Zukunft des Geschäfts dürfte nun jedoch vor allem das weitere Verfahren in den USA werden.
Fazit: Wichtiger Schritt für die Warner-Übernahme
Mit der Genehmigung aus Brüssel kommt Paramount der Übernahme von Warner Bros. Discovery einen großen Schritt näher. Die Europäische Kommission sieht beim Streaming und bei der Produktion von Inhalten weiterhin genügend Wettbewerb.
Die Auflagen konzentrieren sich deshalb hauptsächlich auf den europäischen Kinofilmvertrieb. Paramount muss sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures zurückziehen und darf zehn Jahre lang keine vergleichbare Vertriebskooperation mit Universal eingehen.
Vollständig abgeschlossen ist der Deal damit allerdings noch nicht. Während Europa grünes Licht gegeben hat, könnte die juristische Auseinandersetzung in den USA die Übernahme weiter verzögern oder im schlimmsten Fall doch noch verhindern.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.


