
Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance steht kurz vor dem Abschluss. Nach monatelangem juristischem Widerstand hat sich Paramount mit zwölf US-Bundesstaaten sowie der Writers Guild of America geeinigt. Damit sind die letzten großen Hindernisse für einen der größten Mediendeals der vergangenen Jahre aus dem Weg geräumt. Der Zusammenschluss könnte bereits Anfang Oktober 2026 vollzogen werden.
Paramount und US-Bundesstaaten legen Rechtsstreit bei
Noch vor wenigen Wochen sah es danach aus, als könnte sich die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount bis weit ins Jahr 2027 verzögern. Eine Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens hatte gegen den Zusammenschluss geklagt und vor negativen Folgen für den Wettbewerb gewarnt.
Nun haben beide Seiten allerdings eine Einigung erzielt. Der Vergleich muss noch vom zuständigen Gericht genehmigt werden, beendet jedoch den zentralen kartellrechtlichen Streit, der die Transaktion zuletzt blockiert hatte. Parallel wurde auch der Rechtsstreit mit der US-Drehbuchautorengewerkschaft Writers Guild of America beigelegt.
Damit fällt die letzte große juristische Hürde für Paramount. Bereits zuvor hatte das Unternehmen sämtliche erforderlichen regulatorischen Genehmigungen erhalten. Nach Angaben von Paramount wurde die Transaktion von Behörden in nahezu 70 Ländern geprüft und freigegeben.
Paramount macht umfangreiche Zugeständnisse
Ganz ohne Bedingungen kommt die Einigung jedoch nicht zustande. Paramount hat sich gegenüber den Bundesstaaten zu mehreren Maßnahmen verpflichtet, die vor allem die Filmproduktion und den Wettbewerb in Hollywood schützen sollen.
So soll der Konzern in den kommenden fünf Jahren deutlich mehr Geld in US-Produktionen investieren. Der Vergleich sieht zusätzliche Investitionen von mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar in die heimische Filmproduktion vor. Außerdem wird ein Fonds in Höhe von 47,5 Millionen US-Dollar eingerichtet, der Beschäftigte unterstützen soll, die infolge des Zusammenschlusses ihren Arbeitsplatz verlieren.
Darüber hinaus verpflichtet sich Paramount zu einer bestimmten Zahl an Kinofilmen. In den ersten beiden Jahren sollen jeweils mindestens 30 Filme veröffentlicht werden. Für die folgenden drei Jahre steigt die Vorgabe auf jeweils 32 Filme. Werden die vereinbarten Zahlen unterschritten, können Strafzahlungen von bis zu 30 Millionen US-Dollar pro fehlendem Film fällig werden.
Zudem darf Paramount die Gebühren für Kinobetreiber zunächst drei Jahre lang nicht erhöhen.
CBS News und CNN sollen redaktionell unabhängig bleiben
Auch die Nachrichtensender des künftigen Medienkonzerns spielten bei den Verhandlungen eine wichtige Rolle. Warner Bros. Discovery bringt unter anderem CNN in den Zusammenschluss ein, während Paramount bereits CBS und CBS News kontrolliert.
Deshalb soll nach dem Zusammenschluss ein eigenes Gremium über die redaktionelle Unabhängigkeit von CBS und CNN wachen. Damit reagieren die Beteiligten auf Bedenken, dass durch die zunehmende Konzentration im Medienmarkt auch die Kontrolle über große Nachrichtensender stärker gebündelt wird.
Eine Abspaltung von CNN oder anderen großen Unternehmensbereichen ist dagegen nicht Bestandteil des Vergleichs.
Übernahme hat einen Wert von rund 110 Milliarden US-Dollar
Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery hatten sich Ende Februar 2026 auf die Übernahme verständigt. Paramount zahlt dabei 31 US-Dollar je Warner-Bros.-Discovery-Aktie in bar. Einschließlich der Schulden wird Warner Bros. Discovery im Rahmen der Transaktion mit einem Unternehmenswert von rund 110 Milliarden US-Dollar bewertet.
Damit entsteht nach dem Abschluss einer der größten Unterhaltungskonzerne der Welt.
Paramount bringt unter anderem Paramount Pictures, CBS, Showtime, Nickelodeon, MTV und Paramount+ ein. Zu Warner Bros. Discovery gehören dagegen Warner Bros. Pictures, HBO, HBO Max, Discovery, CNN, Cartoon Network und DC Studios.
Außerdem treffen dadurch einige der bekanntesten Film- und Serienmarken der Welt aufeinander. Zum gemeinsamen Portfolio gehören künftig beispielsweise „Harry Potter“, das DC Universe, „Game of Thrones“, „Mission: Impossible“, „Top Gun“ und „SpongeBob Schwammkopf“.
Paramount+ und HBO Max künftig unter einem Dach
Für Streamingkunden dürfte vor allem die Zukunft von Paramount+ und HBO Max interessant werden. Beide Streamingdienste würden nach dem Abschluss erstmals zum gleichen Medienkonzern gehören.
Wie Paramount die beiden Plattformen langfristig aufstellen möchte, ist bislang allerdings noch nicht abschließend bekannt. Denkbar wären gemeinsame Bundles, eine stärkere technische Verzahnung oder langfristig sogar eine weitergehende Zusammenführung der Angebote.
Eine vollständige Fusion von HBO Max und Paramount+ wurde bislang jedoch nicht offiziell angekündigt. Deshalb ändern sich für Abonnenten in Deutschland zunächst weder die bestehenden Apps noch automatisch die jeweiligen Abonnements.
Gerade für den Streamingmarkt könnte der Zusammenschluss dennoch weitreichende Folgen haben. Paramount möchte durch die Übernahme einen größeren globalen Anbieter schaffen, der stärker mit Netflix, Disney und Amazon konkurrieren kann. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, die eigenen Direct-to-Consumer-Angebote nach dem Zusammenschluss weiter auszubauen.
Übernahme könnte Anfang Oktober abgeschlossen werden
Der eigentliche Abschluss der Transaktion steht trotz der Einigung noch aus. Paramount hat jedoch inzwischen praktisch alle wesentlichen Voraussetzungen dafür erfüllt.
Zuletzt wurden auch die laufenden Angebote zum Umtausch und Rückkauf verschiedener Warner-Bros.-Discovery-Anleihen bis zum 2. Oktober 2026 verlängert. Paramount erklärte dabei erneut, dass diese Schritte zeitlich möglichst eng mit dem Abschluss der Übernahme zusammenfallen sollen.
Damit deutet derzeit vieles auf einen Vollzug rund um Anfang Oktober hin.
Das ist für Paramount auch finanziell wichtig. Sollte die Transaktion nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, sieht die Vereinbarung zusätzliche Zahlungen an die Warner-Bros.-Discovery-Aktionäre vor. Die Verzögerung könnte Paramount nach bisherigen Berechnungen rund sieben Millionen US-Dollar pro Tag kosten.
Vom Gerichtsstopp zum bevorstehenden Abschluss
Noch im Juli sah die Situation deutlich anders aus. Damals hatte ein US-Gericht den Zusammenschluss zunächst gestoppt, nachdem Kalifornien und elf weitere Bundesstaaten gegen die Übernahme geklagt hatten. Couchmoment hatte bereits über den damaligen Gerichtsstopp der Paramount-Warner-Fusion sowie anschließend über die Genehmigung der Europäischen Union berichtet.
International waren die meisten regulatorischen Hürden inzwischen ohnehin gefallen. Neben der Europäischen Union hatten unter anderem Großbritannien, die USA, Kanada, Australien, Brasilien und China dem Geschäft zugestimmt. Mit dem jetzigen Vergleich ist nun auch der bislang entscheidende Widerstand in den USA weitgehend ausgeräumt.
Kritik an der Mega-Fusion bleibt
Trotz der Einigung bleibt der Zusammenschluss umstritten. Gewerkschaften und Wettbewerbsexperten befürchten weiterhin, dass die Konzentration zweier großer Hollywood-Konzerne Arbeitsplätze kosten und den Wettbewerb bei Film- und Fernsehproduktionen reduzieren könnte.
Paramount argumentiert dagegen, dass ein größerer gemeinsamer Konzern besser gegen internationale Streaminganbieter und Technologiekonzerne bestehen könne. Das Unternehmen erwartet durch die Fusion außerdem Einsparungen von mehreren Milliarden US-Dollar. Reuters zufolge wurden zuvor Synergien von rund sechs Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.
Welche Folgen der Zusammenschluss tatsächlich für Studios, Beschäftigte und Streamingkunden haben wird, dürfte sich deshalb erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen.
Fest steht aber: Nach monatelangen Genehmigungsverfahren und mehreren Gerichtsverfahren steht die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount nun unmittelbar vor ihrem Abschluss.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.
