
Das ist mal eine ziemlich dicke Überraschung: Chris Carter, Erfinder der Kultserie „Akte X“, plant ein eigenes Revival mit den klassischen Ermittlern Mulder und Scully. Erst einmal soll aber die Neuauflage von Ryan Coogler an den Start gehen.
Chris Carter sieht Geschichte um Mulder und Scully als nicht abgeschlossen an
Mit dieser schrägen Meldung haben vermutlich nur noch die wenigsten Akte X Fans gerechnet. Chris Carter, seines Zeichens Erfinder der Serie, gab in einem Interview bekannt, dass die Handlung der Originalserie für ihn noch nicht abgeschlossen ist. Ganz im Gegenteil: Er denkt darüber nach, die Geschichte rund um Mulder und Scully in Form einer weiteren Staffel oder eines Kinofilms fortzusetzen. Wir erinnern uns: Akte X wurde eigentlich im Jahr 2002 offiziell nach 9 Staffeln beendet. Schon damals gab es ehrlich gesagt kein wirklich beeindruckendes Finale, sodass viele Fans nach einer Fortsetzung lechzten. Die gab es dann auch tatsächlich im Jahr 2016 in Form einer einmaligen 10. Mini-Staffel mit 6 Episoden. Die Einschaltquoten waren aber offenbar zufriedenstellend, sodass der US-Sender FOX grünes Licht für eine weitere 11. Staffel mit 10 Episoden gab.
Das Problem dabei: Anstatt die bekannte Geschichte rund um die Aliens und die Regierungsverschwörung zufriedenstellend zu beenden, erfand Chris Carter eine schier an den Haaren herbeigezogene Storyline, bei der man als Fan der Originalserie nicht nur einmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen musste. Und es kam noch schlimmer: Carter war von seiner Geschichte und deren Erfolg offenbar derartig überzeugt, dass er Staffel 11 mit einem weiteren krassen Cliffhanger beendete – wohl in dem Glauben, FOX würde die Serie anschließend um eine weitere Staffel verlängern. Hier hat sich Carter allerdings massiv verzockt, denn der Sender setzte das Format wegen zuletzt immer schlechter werdenden Quoten endgültig ab. Es blieb ein Revival, auf das viele Fans im Nachhinein gern verzichtet hätten und das die einst so packende Geschichte an sich sowie die darin involvierten Charaktere teilweise ad absurdum führte.
Chris Carter hat offenbar aus seinen Fehlern gelernt
Mittlerweile hat Carter seine Fehler eingesehen und gab in dem besagten Interview bekannt, dass er dem Publikum nicht das gegeben habe, was es sich erhofft habe. Die in vier Episoden aufgeteilte Geschichte „Mein Kampf“ wäre nur der Anfang von etwas ganz Großem gewesen, vielleicht vom Größten der gesamten Akte X Geschichte. Er würde diese Geschichte liebend gern weitererzählen, wenn man ihm die Chance dazu geben könnte – wahlweise in Form einer weiteren Staffel oder in Form eines weiteren Kinofilms. Carter gab zudem an, dass viele Zuschauer vom Finale der 11. Staffel verwirrt waren, andere regelrecht empört.
Bemängelt wurden vor allem der Umgang von Scully mit ihrem außerirdischen Sohn, welcher ihr plötzlich egal zu sein schien – und dann wurde auch noch verkündet, dass die FBI-Agentin im hohen Alter ein weiteres Kind von Fox Mulder erwartet. Zudem wurde das Schicksal von zwei wichtigen Hauptfiguren (Monica Reyes und Walter Skinner) völlig unbeachtet gelassen, sodass der Zuschauer zum Ende der 11. Staffel nicht weiß, ob diese den Angriff auf sie überlebt haben. All diese Fragen sollen in einem weiteren Revival endlich beantwortet werden, sofern man Chris Carter diesmal glauben kann.

Chancen für Rückkehr von Anderson und Duchovny stehen nicht allzu gut
Ob es wirklich eine weitere Fortsetzung von Akte X mit David Duchovny und Gillian Anderson geben wird, steht derzeit noch in den Sternen. Vor allem Gillian Anderson gab nach dem desaströsen Finale von Staffel 11 recht unmissverständlich zu verstehen, dass eine weitere Rückkehr zu ihrer Figur Dana Scully ausgeschlossen ist – ohne ihre Teilnahme wäre eine Fortsetzung der Serie nahezu ausgeschlossen. Sicherlich würde ein praller Scheck ihre Entscheidung in die entgegengesetzte Richtung lenken können, doch dieses Geld muss auch erst einmal aufgetrieben werden. Und nach dem letzten Zuschauerflop ist es doch recht unwahrscheinlich, dass FOX abermals viel Geld für ein weiteres Revival in die Hand nehmen wird.
Ein weiterer Satz aus dem Interview mit Chris Carter beschreibt das Dilemma rund um die fürchterliche Storyline in Staffel 10 und 11 übrigens ganz gut. Vor einigen Jahren fing er zusammen mit seiner Frau an, die Serie von Anfang an anzusehen. Seine Frau habe ihn währenddessen immer wieder gefragt: „Wie hast du das gemacht?“ Ich schüttelte nur den Kopf und antwortete: „Ich weiß es nicht mehr“.
Falls es tatsächlich zu einem Akte X Revival mit Mulder und Scully kommen sollte, dürfte dieses noch ein ganzes Weilchen auf sich warten lassen. Zuerst startet nämlich in Kürze ein weiteres Akte X Revival unter der Leitung von Ryan Coogler, die mit den beiden schwarzen Schauspielern Danielle Deadwyler and Himesh Patel besetzt wurde – im Internet wird das Format schon jetzt zum Scheitern verurteilt und spöttisch als „The Black Files“ bezeichnet. Chris Carter gab zu Protokoll, dass er Coogler mit einem eigenen Revival nicht in den Weg kommen wolle und ihm somit erst einmal den Vortritt lässt.


