Netflix prüft lineare Kanäle und neue Streaming-Bundles

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© Netflix
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Netflix könnte sein bisheriges Streaming-Modell deutlich erweitern. Der Anbieter denkt offenbar über dauerhaft laufende Themenkanäle und gemeinsame Abopakete mit anderen Streamingdiensten nach. Hintergrund sollen Veränderungen beim Nutzungsverhalten und sinkende Zuschauerzahlen bei mehreren Serienfortsetzungen sein.

Netflix steht möglicherweise vor einer grundlegenden Erweiterung seines Angebots. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, beschäftigt sich der Streamingdienst mit der Einführung linearer Kanäle, auf denen ausgewählte Serien, Filme oder bestimmte Genres rund um die Uhr laufen könnten. Darüber hinaus sollen auch gemeinsame Streaming-Bundles mit anderen Anbietern geprüft werden.

Damit würde sich Netflix einem Modell annähern, das bereits von werbefinanzierten Streamingplattformen wie Pluto TV und Tubi bekannt ist. Anders als bei diesen kostenlosen Angeboten müssten die geplanten Netflix-Kanäle jedoch nicht zwingend frei verfügbar sein. Denkbar wäre eine Einbindung in eines der bestehenden Abomodelle.

So könnten die linearen Netflix-Kanäle funktionieren

Bislang setzt Netflix hauptsächlich auf Abrufinhalte. Nutzer wählen selbst einen Film, eine Serie oder eine Dokumentation aus und starten diese zu einem beliebigen Zeitpunkt. Die nun diskutierten linearen Kanäle würden dagegen ein fest zusammengestelltes Programm ohne vorherige Auswahl abspielen.

Möglich wären beispielsweise Kanäle, die dauerhaft Folgen einer bestimmten Erfolgsserie, Filme eines Genres oder wechselnde Themenwelten zeigen. Zuschauer könnten einen solchen Kanal einschalten und direkt mit dem laufenden Programm beginnen.

Das Modell richtet sich vor allem an Menschen, die nicht lange durch den Netflix-Katalog suchen möchten. Statt sich aktiv für einen bestimmten Titel entscheiden zu müssen, könnten sie sich von einem bereits laufenden Programm unterhalten lassen. Damit würde Netflix eine Art klassisches Fernseherlebnis in seine Streamingplattform integrieren.

Nach bisherigen Informationen handelt es sich dabei allerdings nicht um klassische Fernsehsender oder neue Live-Programme. Gemeint sind vielmehr automatisch laufende Themenkanäle, die bereits vorhandene Inhalte aus dem Netflix-Katalog bündeln könnten.

Netflix könnte Abos mit anderen Streamingdiensten bündeln

Neben den linearen Kanälen prüft Netflix offenbar auch neue Streaming-Bundles. Kunden könnten dadurch möglicherweise ein Netflix-Abo gemeinsam mit dem Zugang zu einem weiteren Streamingdienst buchen.

Netflix würde sich damit stärker als zentrale Plattform positionieren, über die Nutzer auch Angebote anderer Anbieter abonnieren und verwalten können. Ähnliche Möglichkeiten gibt es bereits über die Apple-TV-App und die Prime Video Channels. Welche Streamingdienste für ein mögliches Netflix-Bundle infrage kommen, ist derzeit noch nicht bekannt.

Laut dem Bericht wurde intern unter anderem über die Einbindung von Drittanbietern gesprochen. Konkrete Verhandlungen, Preise oder Partner wurden bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

Für Netflix könnten solche Pakete mehrere Vorteile bieten. Streaming-Bundles erleichtern Kunden die Verwaltung verschiedener Abonnements und können durch vergünstigte Gesamtpreise attraktiver wirken. Gleichzeitig könnten sie dazu beitragen, Kündigungen zu reduzieren und Nutzer stärker an eine Plattform zu binden.

Sinkende Nutzung bereitet Netflix offenbar Sorgen

Hinter den Überlegungen stehen offenbar Anzeichen für eine nachlassende Nutzung. Obwohl Netflix weiterhin zu den größten Streamingdiensten weltweit gehört, sollen einzelne interne Kennzahlen darauf hindeuten, dass Abonnenten weniger Zeit auf der Plattform verbringen.

Besonders auffällig sind demnach die Zuschauerverluste zwischen den ersten und zweiten Staffeln einiger Netflix-Serien. Produktionen wie „Beef“, „Avatar – Der Herr der Elemente“ und „One Piece“ sollen bei ihren Fortsetzungen einen erheblichen Teil ihres ursprünglichen Publikums verloren haben.

Ein möglicher Grund dafür sind die teilweise langen Wartezeiten zwischen zwei Staffeln. Bei vielen aufwendig produzierten Serien vergehen inzwischen zwei oder mehr Jahre, bevor neue Folgen erscheinen. In dieser Zeit verlieren Zuschauer möglicherweise das Interesse oder wenden sich anderen Angeboten zu.

Auch das Binge-Watching-Modell könnte eine Rolle spielen. Werden sämtliche Folgen einer Staffel gleichzeitig veröffentlicht, entsteht oft nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum besonders viel Aufmerksamkeit. Bei wöchentlich erscheinenden Serien bleiben Diskussionen und öffentliche Wahrnehmung dagegen häufig länger erhalten.

Mehr Inhalte, die nebenbei laufen können

Die möglichen linearen Kanäle passen zu einer weiteren Entwicklung bei Netflix. Der Streamingdienst investiert zunehmend in Inhalte, die ohne große Aufmerksamkeit verfolgt oder nebenbei angesehen werden können.

Dazu gehören unter anderem Video-Podcasts sowie Webvideos von Medienunternehmen und digitalen Marken wie BuzzFeed und Condé Nast. Geplant sind Inhalte aus Bereichen wie Kochen, Reisen, Lifestyle, Unterhaltung und Popkultur.

Solche Formate sind meist kostengünstiger und schneller zu produzieren als aufwendige Serien oder Filme. Gleichzeitig konkurriert Netflix damit stärker mit Plattformen wie YouTube, TikTok und klassischen Fernsehsendern um die tägliche Nutzungszeit seiner Kunden.

Die Erweiterung um lineare Kanäle könnte diesen Ansatz fortführen. Nutzer müssten sich nicht mehr aktiv für einen Inhalt entscheiden, sondern könnten Netflix ähnlich wie einen Fernsehsender im Hintergrund laufen lassen.

Noch keine offizielle Ankündigung von Netflix

Ob Netflix die linearen Kanäle und Streaming-Bundles tatsächlich einführt, ist derzeit offen. Das Unternehmen hat die entsprechenden Überlegungen bislang nicht offiziell angekündigt oder einen möglichen Starttermin genannt.

Es dürfte sich zunächst um verschiedene strategische Optionen handeln, die innerhalb des Unternehmens diskutiert werden. Solche Prüfungen führen nicht automatisch zu einer Umsetzung. Auch die technische Gestaltung, die verfügbaren Inhalte und die mögliche Finanzierung der Kanäle sind noch nicht bekannt.

Fest steht jedoch, dass Netflix sein ursprüngliches Geschäftsmodell zunehmend erweitert. Liveübertragungen, Sportveranstaltungen, Videospiele, werbefinanzierte Abos, Video-Podcasts und Webvideos gehören inzwischen zur Strategie des Unternehmens. Lineare Kanäle und Abopakete mit anderen Streamingdiensten wären daher ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Entertainmentplattform.

Fazit

Lineare Kanäle könnten Netflix für Zuschauer interessanter machen, die sich nicht bei jedem Einschalten für einen bestimmten Film oder eine Serie entscheiden möchten. Streaming-Bundles würden gleichzeitig eine bequemere Möglichkeit bieten, mehrere Dienste über eine zentrale Plattform zu abonnieren.

Noch befinden sich beide Konzepte offenbar in einer frühen Prüfungsphase. Die Überlegungen zeigen jedoch, dass auch Netflix nach neuen Wegen sucht, um die Nutzungsdauer zu erhöhen und Abonnenten langfristig an den Dienst zu binden.

*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

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