
Joyn erweitert sein kostenloses Streamingangebot um zahlreiche Inhalte des ZDF. ProSiebenSat.1 und der öffentlich-rechtliche Sender haben eine entsprechende Kooperation nun offiziell bestätigt. Bereits im vierten Quartal 2026 sollen ausgewählte ZDF-Sendungen direkt über die Streamingplattform abrufbar sein – kostenlos und ohne zusätzliche Werbung. Damit legen beide Medienhäuser zugleich ihren Streit aus dem vergangenen Jahr bei.
ZDF-Inhalte werden direkt in Joyn integriert
Im Rahmen der neuen Kooperation werden die On-Demand-Inhalte des ZDF technisch in die Benutzeroberfläche von Joyn eingebunden. Nutzerinnen und Nutzer müssen die Plattform somit nicht verlassen oder zu einem externen Angebot wechseln, um die Sendungen abzuspielen.
Der operative Start ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Ein genauer Termin wurde bislang noch nicht genannt. Die ZDF-Inhalte sollen bei Joyn kostenlos und werbefrei zur Verfügung stehen. Das Streamingportal des ZDF bleibt dennoch die zentrale digitale Heimat des öffentlich-rechtlichen Senders. Joyn dient künftig als zusätzlicher Verbreitungsweg, über den die Inhalte ein größeres Publikum erreichen sollen.
Diese ZDF-Inhalte sollen bei Joyn verfügbar sein
Welche einzelnen Sendungen zum Start angeboten werden, haben ProSiebenSat.1 und das ZDF bislang noch nicht bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass die Kooperation ein breites Spektrum unterschiedlicher Programmbereiche umfassen soll. Dazu zählen Nachrichten und journalistische Angebote ebenso wie Dokumentationen, Reportagen sowie Kultur- und Wissensformate. Darüber hinaus sollen auch Inhalte aus den Bereichen Factual-Unterhaltung, Shows und weitere Unterhaltungsangebote bei Joyn verfügbar sein.
Die linearen Fernsehsender des ZDF können bereits über Joyn empfangen werden. Durch die neue Vereinbarung kommen künftig zusätzlich ausgewählte Inhalte hinzu, die unabhängig vom laufenden Fernsehprogramm auf Abruf angesehen werden können.
ZDF behält die redaktionelle Kontrolle
Obwohl die Sendungen direkt innerhalb der Joyn-Oberfläche abgespielt werden, bleibt die redaktionelle Hoheit über sämtliche Inhalte beim ZDF. Auch die entsprechenden Nutzungs- und Produktionsrechte werden nicht an ProSiebenSat.1 übertragen.
Nach Informationen von DWDL soll die Nutzung über die Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung dem ZDF zugerechnet werden. Joyn übernimmt damit im Wesentlichen die Rolle eines Aggregators, der unterschiedliche Inhalte innerhalb einer gemeinsamen Plattform zugänglich macht.
Für Joyn bietet das Modell dennoch Vorteile: Nutzerinnen und Nutzer verbringen möglicherweise mehr Zeit auf der Plattform und können dort neben den ZDF-Angeboten auch Inhalte von ProSieben, Sat.1 und weiteren Partnersendern entdecken.
Öffentlich-rechtliche und private Anbieter arbeiten zusammen
Mit der Vereinbarung reagieren das ZDF und ProSiebenSat.1 auch auf den zunehmenden Wettbewerb durch international tätige Streamingdienste. Statt ausschließlich getrennte Plattformen aufzubauen, sollen deutsche Medienangebote künftig stärker miteinander vernetzt werden.
„Unser Auftrag ist es, möglichst viele Menschen mit unseren hochwertigen Angeboten zu erreichen“, erklärt Dr. Florian Kumb, Direktor Audience des ZDF. „Wenn ZDF-Streaming-Inhalte künftig auch auf Joyn auffindbar sind, stärken wir die Sichtbarkeit öffentlich-rechtlicher journalistischer Angebote im digitalen Raum.“
Nicole Agudo Berbel, Geschäftsführerin und Chief Distribution & Partnerships Officer bei ProSiebenSat.1: „Von den hochwertigen Inhalten des ZDF profitieren unsere Nutzerinnen und Nutzer von Joyn, die künftig noch mehr erstklassigen Content auf Abruf entdecken können. Diese Kooperation zeigt, wie öffentlich-rechtliche und private Medien gemeinsam innovative Antworten auf den digitalen Wettbewerb geben. Damit setzen wir ein starkes, zukunftsweisendes Signal für das duale System und die Medienbranche insgesamt.“
Die Unternehmen sehen die Kooperation zudem als praktische Umsetzung des Kooperationsgebots im neuen Medienstaatsvertrag. Dadurch sollen öffentlich-rechtliche und private Medienanbieter bei der digitalen Verbreitung ihrer Inhalte stärker zusammenarbeiten.
Streit um ungefragte Einbindung ist beigelegt
Die neue Partnerschaft ist auch deshalb bemerkenswert, weil Joyn im vergangenen Jahr bereits versucht hatte, Inhalte von ARD und ZDF in seine Plattform aufzunehmen – damals allerdings ohne vorherige Zustimmung der Sender.
Das Vorgehen sorgte für deutliche Kritik und führte zu juristischen Auseinandersetzungen. Der als Beta-Test bezeichnete Versuch wurde bereits nach wenigen Wochen wieder beendet.
Mit dem nun offiziell vereinbarten Modell haben ProSiebenSat.1 und das ZDF eine gemeinsame technische und rechtliche Grundlage geschaffen. Anders als beim damaligen Versuch erfolgt die Einbindung diesmal mit Zustimmung des ZDF und unter klar geregelten Bedingungen.
Welche Vorteile hat die Joyn-ZDF-Kooperation?
Für Zuschauerinnen und Zuschauer dürfte der Deal vor allem die Suche nach passenden Inhalten vereinfachen. Wer Joyn regelmäßig nutzt, kann künftig zahlreiche ZDF-Produktionen direkt innerhalb derselben Anwendung aufrufen. Eine Weiterleitung auf eine andere Plattform ist dafür nicht erforderlich.
Die ZDF-Inhalte sollen kostenlos verfügbar sein und ohne zusätzliche Werbung abgespielt werden. Gleichzeitig wächst das Angebot bei Joyn um weitere Inhalte aus den Bereichen Unterhaltung, Information und Dokumentation. Auch die zentrale Suche über die Joyn-Oberfläche dürfte die Auffindbarkeit der Sendungen erleichtern.
Ob zum Start sämtliche Inhalte auch ohne Registrierung abrufbar sein werden, wurde bislang noch nicht näher erläutert.
Fazit: Joyn entwickelt sich weiter zum Streaming-Aggregator
Die Kooperation zwischen ProSiebenSat.1 und dem ZDF ist ein wichtiger Schritt für die deutsche Streaminglandschaft. Joyn bündelt zunehmend Inhalte unterschiedlicher Anbieter und entwickelt sich dadurch weiter von einer reinen ProSiebenSat.1-Plattform zu einem umfassenderen Streamingportal.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet der Deal vor allem mehr Komfort. ZDF-Inhalte können künftig kostenlos und werbefrei innerhalb der Joyn-App angesehen werden, ohne zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln zu müssen.
Spannend bleibt, welche Sendungen zum Start im vierten Quartal 2026 tatsächlich angeboten werden. Ebenso offen ist, ob ProSiebenSat.1 in Zukunft ähnliche Vereinbarungen mit der ARD oder weiteren öffentlich-rechtlichen Anbietern abschließen wird.
*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.


